Erklärung

KPD/ML. Das Bild ist kein Bestandteil des vorliegenden Artikels des ROTEN MORGEN.

ROTER MORGEN, 3. Jg., Oktober 1969

Die unterzeichneten ehemaligen Funktionäre und Mitglieder der DKP Ortsgruppe Alsdorf/Landkreis Aachen, erklären hiermit ihren Übertritt zur Kommunistischen Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten.

Seit der Gründung der DKP führten wir innerhalb dieser Partei einen erfolglosen Kampf um die innerparteiliche Demokratie. Die Führungspraktiken in der DKP – nach außen hin als ‚demokratische Prinzipien‘ (§ 3 Abs. 2 des DKP-Statuts) getarnt – bestehen in harter Unterdrückung und Manipulierung der Willensäußerung der unteren Mitglieder und kleinen Funktionäre. Geltung in der DKP hat nur, was bezahlte Revisionisten größeren und kleineren Kalibers bestimmen. Eine von der Ortsgruppe Alsdorf der DKP angefochtene, weil nicht ordnungsgemäß durchgeführte Gebietsvorstandswahl, auf der es zu haarsträubenden Wahlmanipulationen und -schiebungen gekommen war, sollte auf Antrag der Ortsgruppe Alsdorf auf einer Gebietsmitgliederversammlung satzunsgemäß wiederholt werden, da eine Delgiertenkonferenz keine Gewähr für einen demokratischen Verlauf bot. Dem Antrag wurde nicht stattgegeben. Statt dessen wurde noch verletzender manipuliert als vorher, und selbst auf dem DKP-Bundesparteitag in Essen im April dieses Jahres erhielten nicht ordnungsgemäß gewählte Delegierte Stimmrecht und machten schon allein dadurch den Parteitag zu einer Farce. „Der Hobel“, eine in Gemeinschaftsarbeit zwischen der Betriebsgruppe der Schachtanlage ‚Anna‘ und revolutionären Studenten hergestellte Betriebszeitung, wurde auf Anweisung desBezirksvorstandes zurückgehalten und eingestampft: a) weil darin die Kumpel aufgefordert wurden: „Schließt Euch endlich unter wahrhaft marxistisch-leninistischer Führung zusammen und werdet stark!“ (wohl weil dies das Schlimmste wäre, was den Revisionisten der DKP passieren kann), b) weil darin der indonesische Staatspräsident Suharto anläßlich seines Besuchs in der Bundesrepublik als Massenmörder bezeichnet wurde (er hat mehrere Hunderttausend ehrlicher Kommunisten ermorden lassen) und in Verbindung mit diesem Besuch Heinrich Lübke erwähnt wurde, c) weil darin das Bündnis der revolutionären Arbeiter und Studenten propagiert wurde und, weil darin eine Karikatur „Wieso macht BILD blöd?“ (BILD-Zeitung) gebracht wurde (vielleicht wegen der Ähnlichkeit der BILD-Zeitung mit der UZ). Das Mitglied der DKP-Betriebsgruppe ‚Anna‘, Wolfgang Schott, wurde auf Betreiben des ADF-Bundestagskandidaten Bas Keller aus der Mitgliederversammlung der DKP-Ortsgruppe Alsdorf vom 13.7.69 verwiesen, worauf die Versammlung vom Ortsgruppenvorsitzenden Karl Pas rechtmässig geschlossen wurde.

Die Einladung zu einer Mitgliederversammlung am 24.8.69, die auch zu diesem Vorfall Stellung nehmen sollte, wurde unterbunden und gegen zwei Mitglieder des Ortsgruppenvorstandes sowie ein weiteres Mitglied der Ortsgruppe auf Beschluß des Bezirksvorstandes der DKP Rheinland-Westfalen ein in höchstem Maße diskriminierendes Parteiordnungsverfahren gemäß § 6 der Schiedsordnung der DKP eingeleitet. (Dies ist kein normales Parteiordnungsverfahren, sondern das schwerste Geschütz, das die DKP-Revisionisten auffahren können!) So wird gegen die Verteidiger der innerparteilichen Demokratie vorgegangen! Eine Partei wie die DKP, die den Marxismus-Leninismus über Bord geworfen hat, die eine revisionistische, reformistische Linie vertritt, die die Rolle der SPD der 20er Jahre und deren innerparteiliche Methoden übernommen hat, ist unfähig, die grundsätzlichen Interessen der Arbeiterklasse zu vertreten, weil sie die kommunistischen Prinzipien verleugnet. Wenn es dazu noch eines Beweises bedurft hätte, so sei die Äußerung des Vorsitzenden der DKP-Bezirks-Schiedskommission Rheinland-Westfalen, Heinz Thelen, während der Schiedsverhandlung am 4.10.69 gegenüber Helmut Kaschek im Düsseldorfer Parteibüro zitiert, als Thelen feststellte: „Die DKP ist keine marxistisch-leninistische Partei!“ Worauf Kaschek hingegen folgerichtig klarstellte, daß er ein Marxist-Leninist sei und darauf kurzerhand die Schiedsverhandlung beendete, indem er sie verließ. Ist es da verwunderlich daß anläßlich der Bundestagswahl die unter Kommando der DKP stehende ADF eine katastrophale Niederlage erlitt? Die DKP-Führung wird allerdings nicht zugeben, daß ihre grundsätzlich falsche Politik die wirkliche Ursache dafür ist. Wir fordern darum alle Mitglieder der DKP auf, sich zu überlegen, ob sie den revisionistischen, reformistischen Kurs der DKP-Führung noch länger mitmachen können oder ob sie mit der KPD/ML für die Verteidigung des Marxismus-Leninismus und damit für die Interessen der deutschen Arbeiterklasse kämpfen wollen. Es lebe der Marxismus-Leninismus und die Ideen Mao Tsetungs! Es lebe die revolutionäre Tradition der deutschen Arbeiterklasse! Es lebe die innerparteiliche Demokratie auf der Grundlage des echten demokratischen Zentralismus!

Alsdorf, den 5. 10. 69
Karl P a s ehemaliger 1. Ortsgruppenvorsitzender
Helmut K a s c h e k , 1. Schriftführer
Otto G l e i c h, Mitglied

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