Den Revisionisten hinter den Spiegel

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ROTER MORGEN, 3. Jg., Juli/August 1969

„Wir“, die revolutionären Marxisten, haben vor dem Volk nie solche Reden gehalten, wie es die Kautskyaner aller Nationalitäten zu tun pflegen, die vor der Bourgeoisie liebdienern, sich den bürgerlichen Parlamentarismus anzupassen, den bürgerlichen Charakter der heutigen Demokratie verschweigen und nur ihre Erweiterung, ihre restlose Durchführung fordern.

„Wir“ haben der Bourgeoisie gesagt: Ihr Ausbeuter und Heuchler sprecht von Demokratie, aber zugleich legt ihr der Teilnahme der unterdrückten Massen an der Politik auf Schritt und Tritt tausend Hindernisse in den Weg.Wir nehmen euch beim Wort und fordern im Interesse dieser Massen die Erweiterung eurer bürgerlichen Demokratie, um die Massen zur Revolution vorzubereiten, um euch Ausbeuter zu stürzen. Und wenn ihr Ausbeuter versuchen solltet, unserer proletarischen Revolution Widerstand zu leisten, so werden wir euch erbarmungslos niederschlagen, werden euch entrechten, mehr noch: wir werden euch kein Brot geben, denn in unserer proletarischen Republik werden die Ausbeuter rechtlos sein, Feuer und Wasser wir ihnen entzogen werden, denn wir sind im Ernst Sozialisten und nicht im Scheidemannschen oder Kautskyschen Sinne.

So haben „wir“ gesprochen und werden „wir“ revolutionären Marxisten sprechen, und eben darum werden die unterdrückten Massen für uns und mit uns sein, die Scheidemann und Kautsky dagegen werden auf den Misthaufen des Renagatentums enden.

(Lenin, Bd. 28, S- 280)

China oder die Sowjetunion? Wer fiel mit seinen Truppen in die CSSR ein? China oder die Sowjetunion? Wer haut die „Bruderländer“ und Völker der Dritten Welt im Handel – Verkauf von Industrieprodukten weit über, Einkauf von deren Erzeugnissen unter dem Weltmarktpreis – übers Ohr? China oder die Sowjetunion? Wer liefert den blutbesudelten indonesischen Regime die Waffen zur Verfolgung indonesischer Freiheitskämpfer und Kommunisten? China oder die Sowjetunion? Rüstet China die imperialistischen Bundesrepublik zum Angriff auf die Sowjetunion mit Kampfflugzeugen aus oder die Sowjetunion das reaktionäre Regime Indiens zum Angriff auf die Volksrepublik China?

Die Sowjetrevisionisten sind es, die, während sie mit dem US-Imperialismus liebäugeln, Abkommen und Absprachen treffen, ihren Hauptfeind in der Volksrepublik China sehen. Ulbricht, Danelius, Reimann und Bachmann aber sind ihre sklavischen Nachbeter, die bedenkenlos alle Prinzipien des Marxismus-Leninismus über Bord werfen, wann immer der große Bruder im Kreml es ihnen befiehlt.

Sie behaupten gegen das Wiedererstehen des Faschismus in der Bundesrepublik zu kämpfen und haben durch ihre revisionistische Politik, die es ihnen nicht erlaubte, der westdeutschen Bevölkerung ein echtes marxistisch-leninistisches Programm zur nationalen und sozialen Befreiung des deutschen Volkes vorzulegen, das Wiedererstarken der faschistischen Kräfte erst ermöglicht. Statt die Wiederzulassung der Partei zu erkämpfen, haben sie sie in lakaienhafter Untertänigkeit beim Klassengegner erbettelt. Das ist das erste mal in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, daß eine Partei, die sich kommunistisch nennt, ihre Gründung der Absprache und Zusammenarbeit mit den reaktionären bürgerlichen System verdankt.

Ebenso werden sie nicht müde, wieder und wieder bei der westdeutschen Bourgeoisie vorstellig zu werden, sie möge doch endliche die DDR, den ersten „Arbeiter- und Bauernstaat, auf deutschen Boden“, anerkennen. Wäre die DDR heute noch ein Arbeiter- und Bauernstaat, hätte er es nicht nötig, bei der Bourgeoisie immer wieder um seine Anerkennung zu betteln. Was Schert es einen Arbeiter und Bauern, ob ihn der Klassengegner anerkennt oder nicht. Wären sie noch Marxisten-Leninisten, hätten sie wie wir die Errichtung eines einigen sozialistischen Deutschland auf ihre Fahnen geschrieben. So aber kämpfen sie für die Aufrechterhaltung des Status Quo, der Teilung Deutschlands. Natürlich, sie dürfen nicht. Denn vor nichts in der Welt haben ihre revisionistischen Auftraggeber im Kreml mehr Angst, als vor einer einigen, unabhängigen, sozialistischen Volksrepublik Deutschland. Somit haben die Führer der DKP/KPD nicht nur den Marxismus-Leninismus verraten, indem sie die Lehre ihres revolutionären Geistes beraubte, sie verriet auch schamlos auf Weisung ihrer sowjet- revisionistischen Bosse die Interessen des deutschen Volkes.

So ist es dann auch nicht verwunderlich, daß die Bachmann, Erlebach, Polikeit, Mies, Ahrens und Konsorten wutschäumend das Auftreten der Marxisiten-Leninisten in der Bundesrepublik verfolgen, auf die sich ihr ganzer Haß konzentriert. Auch damit folgen sie getreu ihren Vorgängern, den Verrätern der II. Internationale, die ihren Hauptfeind in der Partei Karl Liebknecht, Rosa Luxemburgs und Ernst Thälmanns sahen. Während sie verbal, also in Worten, den Klassenfeind, die NPD, CDU/CSU bekämpfen und der völlig verbürgerlichten SPD am liebsten in den Hindern kröchen, wenden sie gegenüber den Marxisten-Leninisten in der Bundesrepublik und Anhängern der Außerparlamentarischen Opposition Methoden des Terrors an und verbünden sich zu diesem Zweck selbst mit der Polizei – wie der Vorfall in Mannheim beweist, als sie mit der Polizei eine Kette bildeten, um das Vordringen der Demonstranten in das Amerikaviertel zu verhindern. Besonders krass zeigte sich ihr reaktionär-terroristisches Verhalten anläßlich des diesjährigen Ostermarsches. Durch das Auftreten der KPD/ML und der Roten Garden in mehreren Städten Westdeutschlands in Panik versetzt, wandten sie, anstatt sachlich mit uns über die verschiedenen Ansichten zu diskutieren, Methoden an, die man sonst nur von SPD-Ordnern erwartet. Überall wo nur ein Plakat mit dem Bild des Genossen Mao Tsetung auftauchte oder die Genossen durch Abzeichen als Anti-Revisionisten zu erkennen waren, wurden sie beschimpft und tätlich angegriffen. Das Revisionistenblättchen „UZ“ giftete im Bild-Zeitungsstil und rief zum Terror gegen die „Maoisten“ auf.

Die gleichen Leute, die Bachmann & Co., die ihre SA-Schläger auf uns hetzen, beschuldigten uns anschließend der Spalterei und das Sektierertums. Wir erklären eindeutig, daß wir mit allen fortschrittlich und revolutionär gesinnten Kräften zusammenarbeiten wollen, und daß wir über eventuell bestehende Differenzen diskutierten wollen und und uns dagegen aussprechen, dem Gegner eine Möglichkeit zu geben, unsere Bewegung zu spalten. Wir stehen nach wie vor zu dieser Haltung. Die Erfahrung hat allerdings die gezeigt, daß Revisionisten nicht bereit sind, über Meinungsverschiedenheiten zu diskutieren. Sie benutzten ihre Fäuste, um Ansichten, die nicht den Ihren gleichen, zu unterdrücken. Diese Haltung zeigt, daß sie selbst nicht an das glauben, was sie sagen. Ihre Handlungen beweisen, daß sie Angst haben, entlarvt zu werden.

Während der Demonstration am 30. März zeigte es sich deutlich, daß die Revisionisten keine Chance haben, die APO zu manipulieren. So wurden zum Beispiel eine große Anzahl Bilder des Genossen Mao Tse-tung getragen. Verschiedene Demonstranten schwenkten das „Rote Buch“. Durch die Provokationen der Revisionisten empört , riefen die Sprechchöre wie „Was sind DKPisten – weder deutsch noch Kommunisten“, „Wer hat uns verraten – DKP-Renegaten“, „Revisionismus führt zum Faschismus“ – Revisionismus muß weg, „Mit Establishment wird der Klassenkampf verpennt“ und „Mao, Mao Mao Tse-tung“.

Doch zurück zum Ausgangspunkt unserer Betrachtung, zum Brief des Kölner Genossen. Natürlich müssen wir differenzieren. Es fragt sich zwischen wen und wen. Natürlich werden wir die Werktätigen in der DKP/KPD, die kleinen und mittleren Funktionäre nicht als unsere Feinde behandeln. Sie sind unsere Klassenbrüder, mit denen wir uns sachlich auseinandersetzen müssen, denen wir geduldig und beharrlich wieder und wieder aufzeigen müssen, worin der Verrat ihrer Führung besteht. Keinesfalls aber werden wir Typen wie Bachmann, Erlebach und Konsorten, die die Arbeiterklasse und Außerparlamentarische Bewegung vom revolutionären Kampf abzuhalten trachten, schonen und mögen sie eine noch so „gute“ Vergangenheit haben. Das sind wir den Genossen unserer Partei, die lange lange Jahre im KZ saßen und der Sache des Marxismus-Leninismus treu blieben, schuldig. Zur Kritik des Kölner Genossen müssen wir jedoch sagen, daß sie Elemente des Opportunismus enthält. Was bedeutet
das?

Der Genosse Stalin sagte dazu: „Das bedeutet, daß es außer des offenen Opportunismus noch einen verhüllten Opportunismus gibt, der sich scheut, sein wahres Gesicht zu zeigen. Das ist eben der Opportunismus, der in Versöhnlertum gegenüber der rechten Abweichung besteht.“ (Stalin, Bd. 11 S. 263)

Fassen wir noch einmal zusammen: Wir haben keine Interesse daran, die Außerparlamentarische Bewegung zu spalten. Wir werden jedoch konsequent gegen alle Bestrebungen ankämpfen, diese Bewegung durch sozialdemokratische Phrasen zu zersetzen. Es ist unbedingt notwendig, daß sich alle fortschrittlichen und revolutionären Kräfte fest zusammenschliessen, zu einer antifaschistischen, anti-imperialistischen, anti-revisionistischen revolutionären Einheitsfront.

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