Erklärung der marxistisch-leninistischen Organisation des Iran TOUFAN zum neokolonialistischen Vertrag der sowjetischen Sozialimperialisten

ROTER MORGEN, 4. Jg., Dezember 1970 

Liebe Landsleute!

Im Oktober 1970 wurde vom Schah-Regime wieder einmal ein großer Verrat an den Lebensinteressen unseres Volkes begangen. Die sowjetischen Sozialimperialisten haben dem Iran einen jener ausbeuterischen Verträge nach imperialistischen Vorbild aufgezwungen. Wie unsere Zeitung „TOUFAN“ schon viele Male aufzeigte, haben die sowjetischen Sozialimperialisten, im geheimen Einverständnis mit den amerikanischen Imperialisten, Schlüsselstellungen in der iranischen Wirtschaft und Politik an sich gerissen. Aber der Verrat vom Oktober 1970 leitet eine neue Etappe ein im Prozeß der Errichtung der Oberherrschaft der neuen Kremlzaren über unser Land.

Laut diesem Vertrag verwirklichen die sowjetischen Sozialimperialisten einen ihrer größten Wünsche, nämlich die Beschlagnahmung der Erdölvorkommen in Mittel- und Nordiran. Während die südlichen Territorien unseres Landes von Omman bis Kerman-Schah der Verfügungsgewalt der imperialistischen Ölmonopole übergeben wurden, eignen sich die sowjetischen Sozialimperialisten das „Recht“ an, die persischen Erdölquellen von Sarachs (Nordosten) bis Djolta (Nordwesten) ohne jede Konkurrenz auszuplündern.

Laut diesem Vertrag wird, parallel zur Pipeline in Süd Nord für die wir viele Millionen Dollar zahlen mußten, um iranisches Erdgas zu einem Spottpreis an die Sowjetunion zu liefern, eine neue Pipeline mit Hilfe einer ausbeuterischen ausländischen Anleihe gebaut.

Laut diesem Vertrag wird die jährliche Stahlproduktion im mittleren Iran mit Hilfe der Sowjetunion, die sich dabei auf ihre eigenen Berechnungen stützt, soweit ausgedehnt, daß sie einen Ertrag von 4 Millionen to bringt – das ist das Doppelte des iranischen Eigenbedarfs -, um die russische Industrie mit wohlfeilem Stahl zu versorgen (genau wie in Indien).

Laut diesem Vertrag werden die sowjetischen Sozialimperialisten in den kommenden 15 Jahren die iranische Regierung systematisch über ihren Bedarf an Rohstoffen (Baumwolle, Reis, Weizen, ölhaltige Früchte usw.) unterrichten, damit der Iran dies bei seiner wirtschaftlichen Planung berücksichtigt und damit praktisch die Rolle einer Kolonie gegenüber ihrem Mutterland spielt.

Laut diesem Vertrag werden große Territorien im Norden des Iran unter der Verfügungsgewalt der sowjetischen Sozialimperialisten gestellt, damit diese dort „agro-industrielle Einheiten“ ins Leben rufen von gleichen Typ wie jene, die schon die amerikanischen Imperialisten in Bandar Abbas (am Rande des persischen Golfes und rings um dem Staudamm von Dez (im Süd-Westen aufgebaut haben und die typisch koloniale Einrichtungen sind.

Der Oktobervertrag sanktioniert die Teilung unseres Landes, er ist eine Neuaufguß des Vertrages von 1907 unseligen Andenkens. Wenn auch die englischen Imperialisten den amerikanischen weichen mußten, wenn auch die Dynastie der Chrustschow-Revisionisten (Breschnew,Kossigyn, Podgorni und Konsorten) diejenigen der Romanows abgelöst hat, wenn auch heute die infame Rolle des Schah Mohammed Ali von Schah Mohammed Reza gespielt wird, so ändert das nichts am Kern der Frage. Der Oktobervertrag wurde in der gleichen politischen Atmosphäre unterschrieben, wie der Vertrag vom 21. Oktober 1954, der unsere Erdölindustrie an ein imperialistischen angloamerikanischen Konsortium verschacherte. Es ist die Atmosphäre des Terrors, die die Zornschreie der Patrioten in einem Kugelhagel erstickt. Der Oktobervertrag ist ebenso wie der Vertrag vom 21. Oktober 1954 ungültig. Dies erklären wir im Namen des iranischen Volkes.
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Liebe Landsleute

Es ist heute klar erwiesen, daß der Kampf gegen die sowjetischen Sozialimperialismus untrennbar verbunden ist mit dem Kampf gegen Imperialismus und Reaktion. Der sowjetische Sozialimperialismus und der amerikanische Imperialismus sind die beiden wichtigen Stützen des Schah-Regimes. Beide bewaffnen den Arm dieses Henkers. Beide sind beseelt von gleichem tödlichen Haß gegen die Revolution. Die Revisionisten der Tudeh Partei des Iran, die sich bemühen, die deutlich sprechende Realität zu verschleiern, verraten die Iranische Revolution.

Wir müssen den sowjetischen Sozialimperialismus entlarven, und die beiden Weltgendarmen gleichzeitig bekämpfen. In diesem heiligen Kampf unterstützen uns die Völker der Welt, auch das sowjetische Volk, das durch die große sozialistische Oktoberrevolution alle Verträge der Knechtschaft, auch den von 1907 zerrissen hat.

ES LEBE DER KAMPF DES IRANISCHEN VOLKES GEGEN DAS SCHAH-REGIME UND SEINE IMPERIALISTISCHEN UND SOZIALIMPERIALISTISCHEN HELFESHELFER.

NIEDER MIT DEM KOLONIALEN VERTRAG DER SOWJETISCHEN SOZIALIMPERIALISTEN.

 

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