Russische Offerte an Washington

Der US-Außenminister Henry Kissinger (links) und der sowjetische Außenminister Andrei Gromyko (rechts). Das Bild ist kein Bestandteil des vorliegenden Artikels des ROTEN MORGEN.

ROTER MORGEN, 3. Jg., Juli/August 1969

„Scharfe Attacken Moskaus auf Peking. Milde Töne gegenüber Washington und Bonn“, so und so ähnlich lauteten die Schlagzeilen der bürgerlichlichen Presse am 11. Juli 1969 anläßlich des „Poltischen Grundsatzreferats“, das Außenminister Gromyko am Vortag vor dem „Obersten Sowjet“ gehalten hatte.

Nur wenige Wochen waren vergangen, als die Breshnew & Co. den auf dem revisionistischen Gipfeltreffen beschworenen „Kampf gegen den Imperialismus“, zu dem sie alle einen wollten, über Bord warfen. Ihr offenes Angebot zur sowjetisch-amerikanischen Zusammenarbeit und Freundschaft, ihr Liebäugeln mit den Bonner Revanchisten und die Kriegsdrohungen gegen das revolutionäre China, enthüllte wieder einmal ihren verräterischen Charakter.
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Waffen sind im Krieg ein wichtiger Faktor, jedoch nicht der entscheidende; der entscheidende Faktor sind die Menschen, nicht die Dinge. Das Kräfteverhältnis ist nicht nur durch das Verhältnis der militärischen und wirtschaftlichen Kräfte gegeben, sondern auch durch das Verhältnis der Menschenreserven und der moralischen Kräfte der Menschen. Die militärischen und wirtschaftlichen Kräfte müssen von Menschen gehandhabt werden.

Mao Tse-tung
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Nicht einmal vier Wochen hatte die Moskauer Führung gebraucht, die Maske ihrer „antiimperialistischen“ Maskerade der Moskauer Revisionistenkonferenz fallen zu lassen. Treffend schrieb die „Süddeutsche Zeitung“ am 13.7.69 in einem Kommentar: „Jene Moskauer Konferenz war für die sowjetische Führung eine Probe auf die Verläßlichkeit des sogenannten sozialistischen Lagers; sie wollte wissen, wie weit die Bruderparteien mitgehen würden, und was ihnen noch zuzumuten sei.“

Jetzt haben sie den Salat. Mitgehangen – mitgefangen. Ob es jemand paßt oder nicht, die Breshnew und Konsorten proklamieren nun ganz offen ihre konterrevolutonäre Globalstrategie und bedienen sich dabei auch der gewollten oder ungewollten Rückendeckung durch jene, die an der Moskauer Konferenz als Delegierte oder „Beobachter“ mitwirkten. Werden sich diese „autonomen“ Revisionisten nun öffentlich distanzieren und Selbstkritik üben, werden sie sich gegen den Mißbrauch ihres Namens, gegen die Entstellung ihrer Ziele und Absichten wehren? Kaum – denn wenn auch von unterschiedlicher Schattierung, sind sie eben doch Revisionisten, Feinde der Revolution und des Marxismus-Leninismus.

Dennoch werden die Bäume der Moskauer Führer nicht in den Himmel wachsen. Keine auch noch so innige Zusammenarbeit der sowjetischen Revisionisten mit dem USA-Imperialismus kann die Wellen der in allen Kontinenten ansteigenden Flut der nationalen und sozialen Befreiungsbewegung brechen, nicht die proletarische Weltrevolution verhindern.

 

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