Der Terror wächst

OHW Ausstellung Münster 1969: Dr. Barbara Rommé, Dr. Axel Schollmeier, Dr. Larissa Düchting, Janna Stupperich

ROTER MORGEN, 3. Jg., Juli/August 1969

Wann immer in der Bundesrepublik etwas passiert, zum Beispiel der Überfall auf das Bundeswehrdepot bei Lebach, das Explosionsunglück in Han-nover-Linden, sofort wird es der Außerparlamenta-rischen Opposition in die Schuhe geschoben. Bewußt soll hier eine Pogromstimmung gegen die gesellschaftskritischen Kräfte erzeugt werden. Die Folgen bleiben nicht aus. In zunehmendem Maße steigert sich die Brutalität der Polizei in ihrem Vorgehen gegen jene, die das Recht auf Demonstrations- und Versammlungsfreiheit in Anspruch nehmen. Die unausbleibliche gerechtfertigte Reaktion: Die Unterdrückten antworten in zunehmendem Maße auf die konterrevolutionäre Gewalt mit revolutionärer Gewalt. So wurden in Nürnberg anläßlich einer Kundgebung mit Altnazi Kiesinger und Franz-Josef Strauß 9 Polizisten außer Gefecht gesetzt. Als es anläßlich des Abtransportes von Kriegsdienstverweigerern aus Westberlin nach Westdeutschland zu einer Straßenschlacht zwischen Demonstranten und Polizei auf dem Kudamm kam, antworteten die Protestierenden auf den Terror der Polizei, die 25 Demonstranten verletzte, darunter ein 17jähriges Mädchen, das einen Schädelbruch erlitt, mit dem Bau von Barrikaden. 32 Polizeifahrzeuge wurden beschädigt und im Gegenangriff 96 Polizisten außer Gefecht gesetzt.

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