Revisionistisches

Die Coca-Cola-Frabrik in Brno (Brünn). Das Bild ist kein Bestandteil des vorliegenden Artikels des ROTEN MORGEN.

ROTER MORGEN, 3. Jg., Juli/August 1969

Den Sowjetrevisionisten zur Hilfe eilte das USA-Außenministerium in Washinton, als es entschieden einen Bericht der Juli-Ausgabe des „Readers’Digest“ dementierte, nach dem die Sowjetregierung an der Aufbringung des US-Spionageschiffes „Pueblo“ vor der Küste Nordkoreas beteiligt gewesen sein soll.

In Ostberliner Antiquariaten wird offen reaktionäre, ja selbst faschistische Literatur aus den 30iger Jahren angeboten. Beispiel: „Das Jahr 1913“, ein wilhelminischen Teutonenstolz versprühendes Jahrbuch vom Vorabend des I. Weltkriegs; „Das Ehrenmal der gefallenen Dichter“, Erscheinungsjahr 1935; Bindings „Keuschheitslegende“; „Die neue Stadt“, 1935, eine Verherrlichung hitlerischen Baustils, Vorwort; Alfred Hugenberg; Josef Nadlers „Das stammhafte Gefüge des deutschen Volkes“, München 1934 usw. usf.

Wie das Parteiblatt „Nepszabadsag“ berichtet, blüht in Ungarn der Menschenhandel. Landwirtschaftliche Genossenschaften verleihen Arbeitskräfte an die Industrie und heimsen dafür Übergewinne ein. Der Betriebsrat der Ikarus-Autowerke: „Nachdem ich den Vertrag (mit der Genossenschaft) unterschrieben hatte, bemerkte ich dazu, daß wir damit nicht nur einen, sondern mehrere Schritte rückwärts getan haben; vom Sozialismus zum Menschenhandel.“

In der CSSR bei Brünn ist in Verbindung mit dem US-Konzern der Bau einer Coca-Cola-Fabrik begonnen worden, die noch in diesem Sommer ihren Betrieb aufnehmen soll.

Dem Repräsentanten der imperialistischen Bundesrepublik, Bundespräsident Heinemann, wurde durch Sowjetbotschafter Zarapkin im Auftrag des sowjetischen Staatschefs Podgorny zu seinem 70.Geburtstag ein Geschenkkorb mit 50 dunkelroten Rosen, Kaviar, Krimsekt und Wodka überreicht.

Aus dem westdeutschen Revisionistenblättchen „UZ“: „Der Hamburger Jugendring wendet sich mit einem Aufruf zur Bundestagswahl an die Jungwähler unserer Stadt und fordert sie auf, die demokratischen Parteien zu stärken und der NPD nicht ihre Stimme zu geben.“ –

Also auch der „demokratischen“ CDU/CSU.

900 Tonnen des auf dem Weltmarkt sehr begehrten kriegswichtigen Titan-Erz, das zum Bau von Flugzeugen und Raketen dringend benötigt wird, hat vor kurzem ein sowjetischer Frachter im US-Hafen Seattle gelöscht.

Um das Nachdruckrecht für den Bonner Sexatlas bemühen sich nach Mitteilung des Bundesgesundheitsministeriums u. a. die Sowjetunion, die CSSR, Rumänien und Ungarn.

Die sogenannten UFOS, Unbekannte Flugobjekte oder auch ‚Fliegende Untertassen‘, die wie in früheren Jahren das Seeungeheuer von Loch Neß der Bourgeoisie und ihrer Presse dazu dienen, die Werktätigen von Zeit zu Zeit von ihren täglichen Sorgen und ihrem Kampf gegen die herrschende Klasse abzulenken, haben jetzt auch Einzug in die Sowjetunion gehalten. Es wurde eine Studienkommission gebildet, die sich „wissenschaftlich“ mit dem Quatsch der fliegenden Untertassen auseinandersetzen soll. Zwar lehnt man Meldungen, nach denen – wie von der „Prawda“ berichtet, ein Mann in Usbekistan von einer Raumschiffsbesatzung der Venus nach dem nächsten Bonbonladen gefragt worden sein soll, noch ab, ansonsten aber ist man bereit, die außerirdischen von 18 fest angestellten und 200 freiwilligen Kräften beobachten zu lassen.

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