Weltraumzirkus

"Mondlandung" 21. Juli 1969. Bild: YouTube screenshoot. Das Bild ist kein Bestandteil des vorliegenden Artikels des ROTEN MORGEN.

ROTER MORGEN, 3. Jg., Juli/August 1969

Zwei Bürger der USA, die Astronauten Armstrong und Aldrin, landeten mit einer Fähre am 20. Juli, 21.12 h mitteleuropäischer Zeit, auf dem Mond. Für Tage waren Vietnam, der Nahost-Konflikt, ja selbst die unruhigen Studenten von Titelseiten der Zeitungen verschwunden. Presse, Rundfunk, Fernsehen, arbeiteten Rund um die Uhr, um die Menschheit an diesem historischen „Jahrhundert-Ereignis“ teilnehmen zu lassen. Endlich, so jubelte man, sei der uralte Menschheitstraum der Eroberung des Mindes verwirklicht worden und BILD verkündete emphatisch, daß jetzt der Mond ein Ami sei.

Nur, daß sich die „Amis“, die amerikanischen Bürger dafür absolut nichts kaufen können. Denn im selben Augenblick , da der sensationelle Funkspruch von der erfolgreichen Landung auf dem Mond die Erde umlief, starben in den USA Menschen an Hunger, schrien Kinder nach Milch und Essen, nagte dumpfe Verzweiflung an den Herzen von Millionen Menschen, dieses angeblich „reichsten Landes der Welt“.

Hundert Milliarden Dollar für ein technisches Zirkusunternehmen. Weitere hundert Milliarden Dollar für den Aggressionskrieg in Vietnam, während 10 Millionen im eigenen Land unter dem Existenzminimum leben, Millionen in Wellblechhütten und von Ratten verseuchten Mietskasernen hausen, sich 10-jährige Kinder prostituieren, um das Nötigste zum Leben herbeizuschaffen, Menschen zu Mördern und Dieben werden, nur um überleben zu können. Ein geraues Abbild des USA-Imperialismus.

Man komme uns nicht mit dem Argument, immerhin habe das Weltraumprojekt 400 000 US-Bürgern Arbeit und Brot verschafft. Hitlers Autobahnen brachten auch 100 000 Deutschen Arbeit und Brot. Aber was war denn der Hauptzweck der Autobahnen? Die deutschen Imperialisten brauchten sie im Hinblick auf den Zweiten Weltkrieg, um ihre Truppen beweglich zu machen. Wozu brauchen die USA-Imperialisten ihre Mondraketen?

Neben seinen kriegsvorbereitenden Aspekten dient das Weltraumprojekt des US-Imperialismus vor allem dazu, sein schwer angeschlagenes Prestige wieder aufzumöbeln. Im eigenen Land hat das völlige Versagen des US-imperialistischen Aggressions- und Expansionspolitik die Entwicklung der Widersprüche und Krisen beschleunigt und dem revolutionären Volkskampf in allen Bereichen neuen Auftrieb gegeben. Der Kampf der farbigen Amerikaner, die sich ständig verschärfenden Studenten und breiten Volksmassen gegen den Aggressionskrieg in Vietnam, all das zeigt die Brüchigkeit der Herrschaft der amerikanischen Monopolbourgeoisie und bestätigt das Wort des Führers des Weltproletariats, des Genossen Mao Tsetung: „Unversöhnliche innere und äußere Widersprüche aller Art bedrohen den USA-Imperialismus täglich wie ein Vulkan; die USA-Imperialisten sitzen auf diesem Vulkan“.

Was das „historische Jahrhundertereignis“ betrifft, bliebe zu fragen‚ wem nützt es‘? Wem nütze die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus? Den Bewohnern dieses Erdteils? Sie wurden grausam unterdrückt und hingemetzelt. Den europäischen Werktätigen? Sie hatten keinen Anteil daran. Die Reichtümer des neuen Erdteils flossen in die Taschen der spanischen Herrscher. Wem nützt das Betreten des Mondes? Den amerikanischen Werktätigen? Sie mußten mit ihren Steuergroschen  die 100 Milliarden aufbringen. Den Nutzen zogen allein die Industriebosse und Manager, die riesige Summen an diesem Projekt verdienten.

Für uns gibt es diesem Jahrhundert bisher nur zwei wirklich historische Ereignisse: Die Große Sozialistische Oktoberrevolution, die Beseitigung der Herrschaft des Kapitalismus im ersten Land dieser Erde und die Große Proletarische Kulturrevolution des Kapitalismus und die Eröffnung des Weges der Menschheit in die kommunistische Zukunft.

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