Sowjetrevisionisten auf Kriegskurs

Karte Ernst Aust.

ROTER MORGEN, 3. Jg., Juli/August 1969

Unablässig setzt die sowjet-revisionistische Renegaten-Clique ihre bewaffneten Provokationen an der chinesischen Grenze fort. So drangen am 8. Juli 1969 in der Zeit von 8.30 Uhr bis 16.20 Uhr fünf sowjetische Schiffe und Kanonenboote nacheinander in das Gebiet der Pacha-Insel in chinesisches Territorium ein. Ohne den geringsten Grund wurden von den Schiffen auf die chinesischen Einwohner und Volksmilizsoldaten geschossen, die diese Insel bestellen. Außerdem drangen sowjetische Flugzeuge im Laufe von sechs Einsätzen in den Luftraum über der Pacha-Insel und dem Dorf Pacha ein und bedrohten dieses Gebiet.

Die chinesischen Volksmilizsoldaten haben in legitimer Selbstverteidigung das Feuer gegen die sowjetischen Truppen erwidert, die mit dem Ziel der Provokation eingedrungen waren.

Im „chinesisch-russischen Vertrag von Aigun“ und im „chinesisch-russischen Vertrag von Peking“, zwei ungleichen Verträgen, die China vom russisch-zaristischen Imperialismus aufgezwungen wurden, wird festgestellt, daß die chinesisch-russische Grenzlinie dem Fluß Heilung folgt. Nach den Grundsätzen des allgemein anerkannten internationalen Rechts gilt immer die Mittellinie des Hauptfahrwassers als Grenzlinie, wenn ein schiffbarer Wasserlauf als Grenze dient. Die Zugehörigkeit von Inseln wird gemäß ihrer Lage zu dieser Mittellinie festgelegt.

Die Pacha-Insel liegt auf der chinesischen Seite der Mittellinie des Hauptfahrwassers des Heilung-Flusses. Sie untersteht seit jeher der Gerichtsbarkeit Chinas und ist unbestreitbar ein Teil des chinesischen Territoriums.

Immer wieder ist es die gleiche Methode, mit der die Sowjetrevisionisten vorgehen. Welchen Zweck verfolgen sie mit ihren bewaffneten Provokationen an der Grenze zur Volksrepublik China, welche Absichten sind damit verbunden?

Einmal versuchen sie durch solche Provokationen in der Weltöffentlichkeit – indem sie schamlos die Tatsachen verdrehen – Stimmung gegen das sozialistische China zu machen.

Zweitens versuchen sie sich dadurch beim US-Imperialismus als treue Komplizen zur Unterdrückung des revolutionären Kampfes der Völker, der von der Volksrepublik China die stärksten Impulse erhält, anzubiedern.

Drittens versuchen sie die Volksrepublik China zu einem Gegenschlag zu provozieren, um einen Grund für einen massiven Überfall, einen Blitzkrieg gegen China zu haben.

Sie wandeln, wie soll man es anders ausdrücken, auf Hitlers Spuren. Auch dieser versuchte, bevor er seinen Blitzkrieg in Polen startete, die Weltöffentlichkeit und das eigene Volk psychologisch auf den Krieg vorzubereiten. Monatelang wurde über angebliche Greueltaten von Polen berichtet, bis man mit dem Überfall auf den Sender Gleiwitz, von Deutschen in polnischer Uniform selbst ausgeführt, den äußeren Vorwand für den Angriff auf Polen schuf. Sicher wird den neuen Zaren im Kreml auch in dieser Hinsicht noch einiges einfallen.

Vorläufig aber haben sie Pech mit ihrer Berichterstattung über die angeblichen chinesischen Provokationen. Schon nach ihrem Überfall am 2. März auf die chinesische Insel Dschenbao konnten sie sich über die Art der Berichterstattung nicht einig werden, was dazu führte, daß sie auf einer Pressekonferenz am 7. 3. den staunenden Journalisten mehrere Versionen des Überfalls anboten. Das gleiche Schicksal ereilte sie wieder anläßlich ihres Überfalls auf Batscha. Wieder einmal wußte die Rechte nicht, was die Linke tat.

In ihrer Protestnote vom 8.Juli behaupteten die Sowjetrevisionisten „eine Gruppe von bewaffneten Chinesen“ hätte die „Staatsgrenze der UdSSR verletzt“ und sei „auf den sowjetischen Teil“ der Insel Batscha vorgestoßen.

Wenn das stimmen sollte, müßte die Hauptschiffahrtslinie, die nach internationalem Recht die Grenze auf Grenzflüssen bildet, mitten durch Batscha gehen, so daß es einen sowjetischen und einen chinesischen Teil gäbe. Dieser Fauxpas muß aber den Sowjetrevisionisten selbst schon aufgestoßen sein, so daß sie einen Tag später, am 9. Juli, durch TASS die neue Meldung verbreiten ließen, nach der sie die chinesische Insel Batscha kurzerhand völlig zu sowjetischem Eigentum erklärten. Wieso aber chinesische Bauern auf der „russischen Insel“ die Felder bestellten, erklärte man damit, das wäre ihnen durch eine zweiseitige Vereinbarung erlaubt. Kurz darauf präzisierte man, daß es ihnen im russischen Teil der Insel erlaubt sei. Soviel Worte, soviel Lügen. Was die revisionistische Renegaten-Clique im Kreml auch sagen mag, Fakt ist, daß sie einen Krieg gegen die Volksrepublik China vorbereiten. Zu diesem Zweck wurden bisher an der chinesischen Grenze in Kasachstan und Zentralasien riesige Mengen an Kriegsmaterial bereitgestellt und rund 1 Million Mann stationiert. Die Mongolei wurde in ein einziges Heerlager verwandelt, strategische Straßen gebaut, Raketenabschussrampen errichtet. Immer offener wird seitens der sowjetrevisionistischen Militärs mit einem atomaren Präventivschlag gedroht.

Immer offener zeigt sich hier das von Lenin kritisierte Verhalten der Sozialimperialisten. Sozialisten in Worten, Imperialisten in der Tat. Die Sowjetrevisionisten sehen sich von so vielen inneren und äußeren Widersprüchen bedroht, daß sie in der klassischen Manier der Imperialisten ihr einziges Heil in der Entfesselung eines Angriffs- und Eroberungskrieges sehen. Nur ist das sozialistische China nicht die CSSR, der Brocken ist für sie zu groß. Sollte sie versuchen, ihn zu schlucken, werden sie mit Sicherheit daran ersticken.

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