Die internationale kämpferische Solidarität weiter festigen!

Hoch die internationale Solidarität. Das Bild ist kein Bestandteil des vorliegenden Artikels des ROTEN MORGEN

ROTER MORGEN, 4. Jg., Juni 1970 

Auf Einladung unserer belgischen Genossen weilte Anfang Mai eine Delegation der KPD/ML in Brüssel. Sie hatte die Gelegenheit die politische Arbeit der belgischen Genossen im Borinage kennenzulernen. Dabei fand ein lebhafter Erfahrungsaustausch statt. Der abschließende Höhepunkt war die Verabschiedung nachstehender gemeinsamen Erklärung.

Gemeinsame Erklärung der Kommunistischen Partei Belgien (ML) und der Kommunistischen Partei Deutschlands/ML

Wir, Vertreter der KPB(ML) und der KPD/ML, haben unsere Zusammenkunft vom 2. Mai 1970 in Brüssel in der Überzeugung beendet, dadurch unsere brüderliche Solidarität weiter gefestigt zu haben.

Vor 25 Jahren erlag der deutsche Faschismus den Schlägen der Roten Armee und ihrer Alliierten. Die belgische Arbeiterklasse hatte schwer unter Hitlers Banden gelitten. Die belgischen Kommunisten hatten an der Spitze des antifaschistischen Widerstandskampfes gestanden. Viele Genossen sind von den Henkern der deutschen Imperialisten ermordet worden. Sie sind nicht nur für die Befreiung ihres eigenen Proletariats, sie sind auch für die  Befreiung des deutschen Proletariats gefallen. Sie waren im übrigen die Brüder der deutschen Kommunisten, und vor allem Ernst Thälmanns, die unter sehr schwierigen Bedingungen gegen den Faschismus gekämpft haben.

Vor 25 Jahren schien mit dem Zusammenbruch des Faschismus und dem Sieg der Roten Armee unter Stalins Führung der Sieg des Sozialismus für die Völker Europas nahegerückt zu sein. Aber es gelang dem US-Imperialismus, die schon halbtoten europäischen Bourgeoisien noch einmal zum Leben zu erwecken und dadurch unsere Völker um die Früchte ihres Kampfes zu betrügen. Die Imperialisten erreichten ihr Ziel durch den Verrat von Revisionisten wie Togliatti, Thorez usw.

Nach dem Tode Stalins wechselte die Sowjetunion, das erste sozialistische Land der Welt, die Farbe. Eine wahrhafte revisionistische Konterrevolution brachte Führer an die Macht, die den kapitalistischen Weg einschlugen. Der Staatsapparat der Diktatur des Proletariats wurde in ein hartes Unterdrückungsinstrument der neuen Bourgeoisie verwandelt. So entarteten die chruschtschowistischen Renegaten zu Sozialfaschisten. Statt wie Stalin unbeugsam den Imperialismus zu bekämpfen, haben sie Lenins Theorie der friedlichen Koexistenz völlig verdreht und ihre üble Praxis der Kollaboration mit dem Klassenfeind daraus gemacht. Sie bremsen und sabotieren die revolutionären und nationalen Befreiungskämpfe. Sie sind soweit gegangen, blutige Grenzüberfälle auf die Volksrepublik China zu unternehmen, sie haben die CSSR besetzt und in eine Kolonie verwandelt; sie beherrschen die ehemaligen Volksdemokratien; unter dem Deckmantel von „Hilfe“ zwingen sie den Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas Beziehungen neokapitalistischen Typs auf. So sind sie zu Sozialimperialisten geworden.

Die Völker der Welt sehen in Vietnam und anderen Gebieten der Welt, wohin diese Art „friedliche Koexistenz“ führt.

Auch die belgischen und deutschen Arbeiter haben seit 25 Jahren diese Art „friedliche Koexistenz“ in ihren eigenen Ländern erfahren. Hier erscheint sie unter Bezeichnungen wie „soziale Programmierung“ oder „konzertierte Aktion“. Und auch hier sind es die reformistischen und revisionistischen Verräter, die diese Art „Frieden“ sichern. Noch vor kurzem hatten wir die Gelegenheit, den wirklichen Charakter dieses „sozialen Friedens“ zu sehen, als die Polizei der Bourgeoisie die Demonstration der streikenden Kumpel von Limburg brutal unterdrückte.

„Wo Unterdrückung ist, da ist auch Widerstand“, sagt Genosse Mao Tsetung. Es war unvermeidlich, daß die Arbeiterklasse und ihre Verbündeten überall in der Welt den Kampf gegen den mit Hilfe der Revisionisten gesicherten imperialistischen “Frieden“ aufnehmen würden. Bei diesen Kämpfen können sich alle revolutionären Bewegungen der Welt auf die kämpferische Freundschaft der KP Chinas und der Partei der Arbeit Albaniens stützen, die als einzige rechtzeitig das revisionistische Gift erkannten und es völlig ausrotteten.

Wenn wir heute im großen und ganzen klar sehen, wer unsere Freunde sind und wer unsere Feinde, so verdanken wir das vor allem unseren chinesischen und albanischen Genossen.

Nixons Entscheidung, seine Mörderbanden nach Kambodscha zu schicken, bedeutet einen weiteren Riesenschritt auf dem Wege zum totalen Zusammenbruch des Imperialismus im Weltmaßstab. Schon gibt es in Amerika Stimmen, die sagen, dieser Schritt könnte Nixon „bis an die Grenzen Chinas“ führen. Aber gerade die Volksrepublik China stellt das uneinnehmbare Bollwerk dar, an dem Nixon notwendigerweise scheitern wird. Der erfolgreiche Start des ersten chinesischen Satelliten hat allen Völkern bewiesen, daß es Selbstmord  bedeuten würde, wenn Nixon oder Breschnew oder beide ihre blutbefleckten Hände nach China ausstrecken sollten.

Die äußerste Verschärfung des Klassenkampfes im Weltmaßstab hat auch bei uns in Westeuropa neue Stürme entfacht. Überall geht die Epoche des „sozialen Friedens“ der Klassenkollaboration ihrem Ende entgegen. Unsere Arbeiter erheben sich gegen die wilde Unterdrückung durch das Kapital.

Aber es ist genauso sicher, daß sie schwere Niederlagen nicht vermeiden können, wenn sie nicht eine richtige Strategie und Taktik besitzen. Nur ihre revolutionäre, marxistisch-leninistische Partei kann eine solche Strategie und Taktik ausarbeiten, indem sie, auf der Basis einer Klassenanalyse, die marxistisch-leninistische Theorie mit der Praxis unserer eigenen Revolutionen verbindet. Heute braucht die Arbeiterklasse in unseren Ländern eine starke marxistisch-leninistische Partei genauso nötig wie der Bergmann im Schacht seine Grubenlampe braucht.

Unsere Verantwortung gegenüber den Arbeitern unserer Länder ist groß. Bereits jetzt ist in Belgien wie auch in der Bundesrepublik Deutschland ein unumkehrbarer Prozeß in Gang gekommen: immer mehr Arbeiter haben den Verrat der Sozialdemokraten und Revisionisten durchschaut. Eine Zeitlang waren sie fast resigniert, da sie keine revolutionäre Alternative erblickten. Heute sieht ein stetig wachsender Teil von ihnen diese Alternative im Marxismus-Leninismus. Wir dürfen sie nicht enttäuschen: auf uns haben sie ihre letzte Hoffnung gesetzt.

Daraus folgt die absolute Notwendigkeit für uns revolutionäre Marxisten-Leninisten, kompromißlos alle rechten und „linken“ Opportunisten in und außerhalb unserer Parteien zu bekämpfen und ideologisch zu schlagen. Es entspricht einer notwendigen historischen Dialektik, daß solche opportunistischen und neorevisionistischen Tendenzen bei uns auftauchen. Diese Tendenzen vertreten objektiv die Interessen der Bourgeoisie in unseren Reihen, wenn das auch ihren Vertretern subjektiv nicht immer klar sein mag.

Die Rechtsopportunisten gehen mit der „Theorie“ hausieren, man könne die heutigen Gewerkschaften wieder  zu Kampfinstrumenten machen; ihre Haltung zielt darauf ab, den Weg zu blockieren, auf dem mittels geduldiger Arbeit das für das Proletariat notwendige Instrument einer Roten Gewerkschaft des Klassenkampfes entstehen wird. Die Rechtsopportunisten möchten uns auch auf den parlamentarischen Weg zurückzerren; sie möchten, daß wir Bündnisse mit Sozialdemokraten und Revisionisten eingehen.

Die „Links“opportunisten dagegen empfehlen uns selbstmörderische Praktiken, die uns von den Arbeitern isolieren und unsere Kader in unnötige Gefahren stürzen, bevor sie noch imstande sind, sich unter den Massen „Wie ein Fisch im Wasser“ zu bewegen.

Wir tragen gegenüber der Arbeiterklasse unserer beiden  Länder die Verantwortung dafür, diese Opportunisten zu entlarven und unschädlich zu machen.

Oft sind es diesselben Leute, die uns auch in der Organisationsfrage neorevisionistische oder anarchistische Linien  empfehlen, die objektiv die Interessen der Bourgeoisie vertreten. Sie lehnen es ab, sich der proletarischen Disziplin zu fügen und den demokratischen Zentralismus anzuerkennen. Unter dem Vorwand, die proletarische Disziplin „jetzt noch nicht, sondern später“ zu respektieren, betreiben sie in Wahrheit eine üble Spaltertätigkeit und einen offenen Kampf gegen unsere marxistisch-leninistischen Parteien. Statt uns solidarisch nach dem Prinzip „Einheit-Kritik-Einheit“ zu kritisieren mit dem Ziel, uns zu stärken, wollen sie unsere Parteien desorganisieren und liquidieren.

Eine besondere Variante dieser opportunistischen und liquidatorischen „Theorien“ wird von kleinbürgerlichen Elementen vertreten, die die Gründung der Partei für zu früh erklären und behaupten, man müsse sie „jetzt noch nicht, sondern später“ aufbauen. Auch sie bekämpfen durch diese Haltung die marxistisch-leninistische Partei. All diese Opportunisten sind sich ähnlich. Aber der Stein, den sie erhoben haben, wird auf ihre eigenen Füße fallen.

Als Marxisten-Leninisten fürchten wir weder Kampf noch Schwierigkeiten. Gestützt auf den Marxismus-Leninismus und die Mao Tsetungideen sowie in engster Verbindung mit den Massen werden wir fortfahren, unsere Parteien zu stärken. Wir sind uns bewußt, daß unsere Bourgeoisien samt ihren reformistischen und revisionistischen Lakaien uns in Zukunft noch härter bekämpfen werden. Unsere Feinde nehmen bei diesem Kampf keine Rücksicht auf Staatsgrenzen. Sie praktizieren den „Internationalismus“ des Kapitals. So lieferten während des Streiks in Limburg die deutschen Kapitalisten Kohle an ihre belgischen Klassenkomplizen, damit die belgischen Stahlwerke weiter Profite machen konnten. Dem „Internationalismus“ des Kapitals müssen wir den proletarischen Internationalismus entgegenstellen. Die deutschen und belgischen Kapitalisten sind engstens verbunden: das beste Symbol dafür ist die Verbindung von AGFA und GEVAERT. Um so enger müssen auch wir uns verbinden.

Deshalb hat die Delegation der KPD/ML nicht nur in Brüssel Gespräche mit der Delegation der KPB(ML) geführt; sie ist auch in den Borinage gefahren, um den dortigen Arbeitern die brüderlichen Grüße der Arbeiter von der Ruhr zu überbringen.

Die Delegation der KPD/ML war von dem herzlichen Empfang und der brüderlichen Atmosphäre tief gerührt. Obwohl viele der belgischen  Genossen in den Konzentrationslagern und Gefangenenlagern der deutschen Faschisten gelitten hatten, hassen sie nicht im geringsten das deutsche Volk, sondern nur die deutsche Bourgeoisie. Mit der deutschen Arbeiterklasse fühlen sie sich voll solidarisch.

Die völlige ideologische Übereinstimmung und die enge kämpferische Solidarität unserer beiden Parteien stärken unsere Entschlossenheit bei unserem weiteren Kampf. Wir werden unsere Kontakte in Zukunft weiter vertiefen. Wir sind uns darüber klar, daß wir dem Bündnis der Kapitalisten Westeuropas das Bündnis der Marxisten-Leninisten entgegenstellen müssen, damit alle marxistisch-leninistischen Parteien Westeuropas wie eine proletarische Armee vorwärtsmarschieren: Zur REVOLUTION. 

Es lebe der Marxismus, der Leninismus, die Maotsetungideen!

Es lebe der proletarische Internationalismus!

Es lebe die KPB(ML) !

Es lebe die KPD/ML !       

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