Es gibt heute die Kommunistische Partei in Deutschland: die KPD/ML

Fahne der KPD/ML. Das Bild ist kein Bestandteil des vorliegenden Artikels des ROTEN MORGEN.

ROTER MORGEN, 4. Jg., Juni 1970 

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Der Parteiaufbau ist die erste Aufgabe der Partei.

Diese Erkenntnis läßt sich z. B. mit der Entstehung der KP China und der erfolgreich durchgeführten Revolution belegen. Die kommunistische Partei Chinas ist nicht aus den Klassenkämpfen herausgewachsen, sondern ihre Gründung 1921 war das Ergebnis eines bewußten Aktes von ein paar Revolutionären „Die Vorhut des chinesischen Proletariats studierte nach der Oktoberrevolution den Marxismus-Leninismus und gründete die kommunistische Partei Chinas“ (Mao: Über die Diktatur der Volksdemokratie S. 10).

Erst nach ihrer Gründung nahm sie die organisatorische Arbeit im Proletariat und später in der Bauernschaft auf:

„Die kommunistische Partei Chinas entfaltete gleich nach ihrer Gründung im Jahr 1921 die organisatorische Arbeit unter den Eisenbahnern; in den Jahren 1922/23 gab es auf den Haupteisenbahnlinien des Landes Streitkämpfe, die von der kommunistischen Partei angeleitet wurden“ (Mao: Ausgewählte Werke I, S. 18 (Fußnote 11).

Die Kommunistische Partei durchläuft verschiedene Stadien

Die kommunistische Partei ist bei ihrer Gründung noch nicht die fertige Waffe des Proletariats, sondern sie muß erst im Laufe der Klassenkämpfe geschmiedet werden. „Wie ein Mensch hat auch eine politische Partei ihre Kindheit, ihre Jugend, ihre Reifezeit und ihr Alter, Die kommunistische Partei Chinas hat bereits ihre Kindheit hinter sich. Sie ist auch kein Halbwüchsiger mehr, sondern ist bereits in ihre Reifezeit eingetreten. Wenn ein Mensch alt wird, stirbt er. Dasselbe gilt auch für eine Partei.

Wenn die Klassen verschwinden, werden die Werkzeuge des Klassenkampfes, die politischen Parteien verschwinden, sie werden nicht weiter benötigt und verschwinden allmählich“ (Mao 1949: Über die Diktatur der Volksdemokratie, S. 1).

Es ist also falsch, an eine neugegründete kommunistische Partei perfektionistische Ansprüche zu stellen. „Die zwanzig Jahre des Bestehens der kommunistischen Partei Chinas sind zwanzig Jahre einer immer engeren Verbindung der allgemein- Leninismus mit der konkreten Praxis der chinesischen Revolution. Wenn wir uns daran erinnern, wie oberflächlich, wie arm unsere Kenntnisse von Marxismus-Leninismus und über die chinesische Revolution in den Kindheitsjahren unserer Partei waren, dann können wir sehen, um wieviel tiefer, um wieviel reicher sie jetzt sind.“ (Mao: Unsere  Schulung umgestalten, S. 1). Die Partei ist also keine fertige und vollkommene Sache, am allerwenigsten am Anfang ihrer Entwicklung.

Die Kommunistische Partei ist nicht immun gegen Fehler

„Im Verlauf des revolutionären Krieges hat die kommunistische Partei Chinas außer dem Rechtsopportunismus Tschen Du-Hsions und dem „linken Opportunismus“ in den Jahren 1931 – 1934, der äußerst schwere Verluste im Agrarrevolutionären Krieg verursachte und zu dem Ergebnis führte, daß bei der Abwehr  5 „Einkreisungs- und Ausrottungsfeldzuges“ der Feind nicht geschlagen werden konnte, stattdessen unsere Stützpunktgebiete verloren gingen und die Rote Armee geschwächt wurde. Dieser Fehler  wurde … im Jahre 1935 korrigiert. Der zweite Fehler  war der Rechtsopportunismus … in den Jahren 1935/36, der solche Ausmaße annahm, daß die Disziplin in der Partei und in der Roten Armee untergraben wurde und ein Teil der Hauptkräfte der Roten Armee schwere Verluste erlitt.“ (Mao: Strategische Probleme des revolutionären Krieges (Gesammelte Werke 1, S. 226)).

Die Partei kann nur dadurch verhindern, daß Fehler zu einer falschen Linie wern, indem sie ideologische Auseinandersetzen zu Ende führt und das Prinzip von Kritik und Selbstkritik richtig anwendet.

Die Klassenanalyse muß von der Partei angegangen werden

Auch die Analyse der Klassen der Klassen in China lag bei der Gründung der KP Chinas noch nicht auf dem Tisch. Sie wurde erst nach Gründung der Partei in Angriff genommen, die erste systematische Darstellung der Klassenanalyse wurde erst im Jahre 1926 veröffentlicht. Wer erwartet, dass die Klassenanalyse, die Erstellung eines Schulungsprogrammes die Ausbildung von Kadern, die Weiterentwicklung einer einheitlichen ideologischen Linie, daß diese Aufgaben unter den Bedingungen der zersplitterten Kräfte des Zirkelanwesens sinnvoll angegangen werden können, verschiebt die Gründung der kommunistischen Partei auf den Jüngsten Tag. Das sind Aufgaben, die nur im Rahmen einer kommunistischen Partei gestellt und gelöst werden können.

Die Aufgaben der Kommunistischen Partei

Allgemein gesprochen hat die marxistisch-leninistische Partei die Aufgabe, das Proletariat im Kampf um seine Befreiung und die der gesamten Gesellschaft zu führen. Die kommunistische Partei muß folgende Grundprinzipien verwirklichen:

  1. Ideologische Einheit auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus und der Mao Tsetungideen.
  2. Die Partei muß nach den Prinzipien des demokratischen Zentralismus aufgebaut sein. Innerhalb der Partei muß das Prinzip der Kritik und Selbstkritik richtig angewendet werden; im Verhältnis zu den Massen muss die Partei von dem Geist erfüllt sein, vom Volke lernen, dem Volke dienen.
  3. Die kommunistische Partei führt das Proletariat und die revolutionären Massen zum Kampf gegen die Klassenfeinde, d. h. Unversöhnlicher Kampf gegen den Imperialismus, den Sozialimperialismus und den modernen Revisionismus aller Schattierungen.
  4. Diesen Kampf führt die kommunistische Partei auf dem Boden des proletarischen Internationalismus, d. h. Sie schließt sich entschieden mit den wahren marxistisch.leninistischen Parteien und Organisationen der ganzen Welt mit dem Proletariat, den unterdrückten Völkern und unterjochten Nationen der ganzen Welt zusammen,
  5. Um das Proletariat nicht in vermeidbare Niederlagen zu führen, muß die kommunistische Partei fähig sein, die Bewegung der Klassen und der Revolution im Voraus zu überblicken, um daraus die Etappen des Kampfes des Proletariats zu bestimmen.

Die KPD/ML ist fähig, diese Prinzipien zu verwirklichen

Die KPD/ML ist eine junge Partei. Es war unvermeidlich, daß sie in der Vorstellungen entwickelte, schwankende Haltung einnahm und Fehler beging. Dennoch war sie imstande, aufgrund des bereits verwirklichten demokratischen Zentralismus ihren Kurs zu korrigieren und langsam zu klären“ (Roter Morgen März/April 1970).

Zum modernen Revisionismus und zum Sozialimperialismus hat die Partei klar und eindeutig Stellung bezogen und eine richtige ideologische Linie festgelegt. Das dokumentiert sich unter anderem in der Kritik der Programme der KPD/DKP, der Entlarvung des Rezepts vom „friedlichen Übergang“; es dokumentiert sich an der Kritik der DDR-Führungsprangerung des sowjetischen Sozialimperialismus. Auf der anderen Seite hat die Partei den Kampf gegen Linksopportunismus aufgenommen, indem sie den Antiautoritarismus entlarvt hat als eine moderne Spielart des kleinbürgerlichen Anarchismus. Sie hat die handwerklichen Tendenzen in ihrer Praxis erkannt und ist im Begriff ihre Schwäche zu überwinden. Sie korrigiert und systematisiert ihre Praxis, sie richtet sie aus nach dem Grundsatz Massenagitation und -propaganda, sowie beispielhafte Untersuchungen im Rahmen der Betriebs- und Stadtteilarbeit zu verbinden mit der theoretischen Analyse des heutigen Imperialismus und seiner Klassenverhältnisse.

Wer als Kommunist die KPD/ML nicht unterstützt, trägt zur Spaltung der kommunistischen Bewegung bei

Wer die Entwicklung, das Auftreten und den revolutionären Kampf der KPD/ML betrachtet, wird feststellen, daß diese Partei von dem Tag ihrer Gründung einen ständigen Aufschwung genommen hat. Hier werden die revolutionären Kräfte vereinigt, geschult und zu Kadern ausgebildet. Die Partei hat erfolgreich die Etappe der Organisierung und Ausbildung der Avantgarde des Proletariats begonnen. Sie ist dabei, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, in Zukunft Massenkämpfe anleiten zu können.

Wer die KPD/ML nicht nach ihrer grundsätzlich richtigen Praxis und ideologischen Linie beurteilt, sondern nur einzelne Fehler hervorhebt, sucht nur nach einem Vorwand, um sich um die klare Entscheidung für oder gegen die kommunistische Partei zu drücken.

Jeder, der mit solch einer falschen Methode an die Einschätzung der KPD/ML herangeht, und deswegen unverantwortlicher Weise eine diffuse Aufbau- oder Wiederaufbaubewegung ins Leben ruft oder unterstützt, betätigt sich objektiv als Spalter der kommunistischen Bewegung.

München 28. Mai 1970
6 Genossen der BG Süd, davon 2 Mitglieder der Redaktion der „Kommunistischen Arbeiterzeitung“ und 2 Mitglieder des sogenannten Schulungskaders

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