Hamburg: Protestdemonstration gegen Hussein-Besuch

US-Marionette Hussein. Karrikatiur RoterMorgen. Das Bild ist kein Bestandteil des vorliegenden Artikels des ROTEN MORGEN

ROTER MORGEN, 5. Jg., Januar 1971

Trotz strömenden Regens versammelten sich am 17. Dezember auf dem Hamburger Heiligengeistfeld mehrere Hundert Antiimperialisten zu einer Protestkundgebung gegen den Besuch der US-Marionette Hussein. Zu der Kundgebung hatten die KPD/ML und ihre Massenorganisationen, die Generalunion Palästinensischer Arbeiter (GUPA) und die Generalunion Palästinensischer Studenten (GUPS) in mehreren Flugblättern, auf Plakaten und Klebezetteln aufgerufen.

Ein Sprecher der Partei erklärte die Solidarität der KPD/ML mit den bewaffneten Kräften des palästinensischen Widerstandes. Er wies unter anderem darauf hin, daß die westdeutsche Bourgeoisie nicht nur die Arbeiterklasse der BRD, sondern auch das palästinensissche Volk und andere arabische Völker ausbeutet und unterdrückt. Die westdeutschen Monopole stehen im Nahen Osten aber nicht nur mit dem US-Imperialismus, dem Zionismus und der arabischen Reaktion in einer Linie.  Auch der Sozialimperalismus hat sich in diese konterrevolutionäre Front eingereiht und versucht, seinen Anteil an der Beute zu ergattern. Dieser Allianz der Unterdrücker – so betonte der Sprecher der Partei – stehe der Einheit der kämpfenden Völker und ihrer revolutionären Organisationen entgegen, die schließlich den Sieg erringen werden.

Auch der Sprecher der palästinensischen Revolutionäre wertete die Kundgebung als Ausdruck der kämpferischen Solidarität. Auf die Entwicklung der palästinensischen Befreiungsbewegung eingehend, hob er die Notwendigkeit der Einheit der revolutionären Kräfte hervor. Nur diese gegen alle imperialistischen Spaltungsversuche weitgehend verwirklichte Einheit des Kampfes habe es den Fedayin ermöglicht, den konterrevolutionären Schlag des Hussein-Militärs im September abzuwehren.

Nach der Kundgebung formierte sich ein geschlossener Demonstrationszug durch das Hamburger Arbeiterviertel Altona. Hinter einem mit Parolen, Fahnen und Bildern geschmückten Lautsprecherwagen führten zwei Genossen, die die palästinensische Flagge und die Fahne der KPD/ML trugen, den Zug an. Neben den Bildern der Führer der internationalen Arbeiterbewegung und zahlreicher roten Fahnen führten die Demonstranten Spruchbänder mit deutschen und arabischen Parolen mit:

„Für den Sieg im Volkskrieg: Klassenkampf im eigenen Land“

„Nieder mit dem faschistischen Regime in Israel“

„Für ein freies Palästina – unabhängig wie Volkschina“

„ Al Fatah: Revolution bis zum Sieg“

Nach einer kurzen Schlußansage sangen palästinensische und deutsche Genossen gemeinsam das Kampflied des Weltproletariats: die „Internationale“.

Die Anti-Hussein-Demonstration war ein Ergebnis der vor zwei Monaten begonnenen intensiven Zusammenarbeit zwischen der KPD/ML und ihren Massenorganisationen einerseits und der GUPA und GUPS andererseits. Auf der Grundlage des proletarischen Internationalismus unterstützen wir die Vereinigungen der Palästinenser in Westdeutschland vor allem bei ihrer Propaganda. Den organisatorischen Rahmen dieser Zusammenarbeit bildet ein kürzlich gegründetes Palästina-Komitee.  

 

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