Herbert Klinger

Karl Marx. Das Bild ist kein Bestandteil des vorliegenden Artikels des ROTEN MORGEN.

ROTER MORGEN, 3. Jg., Juli/August 1969

Karl Marx. Das Bild ist kein Bestandteil des vorliegenden Artikels des ROTEN MORGEN.

Am 1. Juli 1969 starb Genosse Herbert Klinger, der Vorsitzende der Münchner Karl-Marx-Gesellschaft. Genosse Klinger wurde 1925 in einem Münchner Arbeiterviertel geboren. Nachdem sein Vater im KZ Dachau ermordet worden war, zog man den 17jährigen  – obwohl er bereits damals krank war – zur Wehrmacht ein. Er desertierte jedoch in der Nähe von Calais, kehrte illegal nach München zurück und tauchte, unterstützt vom fortschrittlichen Münchener Proletariat – unter. Von der Gestapo verhaftet – es drohte ihm die Todesstrafe – konnte er dank seiner Körperkräfte und seiner Entschlossenheit fliehen und erneut untertauchen. Mitte der 50er Jahre gründete er mit Genossen die Karl-Marx-Gesellschaft, um dort die proletarischen Elemente aus der SPD zu sammeln. Bald erklärte die SPD eine Mitgliedschaft in der Karl-Marx-Gesellschaft für SPD-Mitglieder für „unvereinbar“, ähnlich wie später beim SDS.

Nachdem er einmal zum Marxismus gefunden hatte, ließ er sich auch durch die modernen Revisionisten nicht davon abbringen. Da er auf einer Tagung in der DDR standhaft den Marxismus-Leninismus und die KP Chinas verteidigte, wurde er aus der DDR ausgewiesen und von Reimann & Co. Im „Freien Volk“ ect. als  ‚Agent des Verfassungsschutzes‘ verleumdet. Doch unbeirrt von den Schweinereien der Staatsbehörden und der Führer der KPD bzw. DKP (noch kurz vor seinem Tod entwendeten Münchner DKP-Führer die Mitgliederkartei der Karl-Marx-Gesellschaft) kämpfte Gen. Klinger weiter. Schon todkrank wurde er noch wegen seiner Beteiligung an einer Anti-Springer-Demonstration zu drei Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt …

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