Nehmt eure revisionistische Brille ab!

Fotomontage, RoterMorgen. Das Bild ist kein Bestandteil des vorliegenden Artikels des ROTEN MORGEN

ROTER MORGEN, 4. Jg., November 1970 

Kürzlich erschien im albanischen Staatsvertrag der Band III der Serie „PdA – wichtigste Dokumente“, der auch die bis dahin unveröffentlicht gebliebene historische Rede Enver Hodschas auf der Konferenz der 81 Parteien vom November 1960 in Moskau enthält. Diese Rede ist ein Schlüsseldokument zum Verständnis der Geschichte des Kampfes zwischen Marxismus-Leninismus und modernen Revisionismus, zugleich ein grandioses Zeugnis des politischen Weitblicks, der marxistisch-leninistischen Prinzipientreue und der revolutionären Unbeugsamkeit der albanischen Kommunisten.

     Vorläufig ist nicht abzusehen, wann eine authorisierte deutsche Übersetzung der Rede erscheinen wird. Da wir sie unseren Lesern aber so rasch wie möglich zugänglich machen wollen, bringen wir diese wichtige Rede in einer Übersetzung der „Roten Fahne“, Zentralorgan der Marxistisch-Leninistischen Partei Österreichs (MLPÖ) (Titel und Hervorhebungen stammen von der Redaktion der „Roten Fahne“).

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Vorwort

In seiner Rede auf der Konferenz der 81 Kommunistischen und Arbeiterparteien in Moskau im November 1960 nahm Genosse Enver Hodscha eine allseitige Analyse der Hauptprobleme vor, mit denen die internationale kommunistische Bewegung konfrontiert war, und verteidigte entschlossen den Marxismus-Leninismus. Diese Rede kennzeichnet eine der wichtigsten Phasen in dem prinzipienfesten Kampf, den die Partei der Arbeit Albaniens (PdA) begonnnen hatte, um den modernen Revisionismus zu entlarven und die Einheit der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung zu verteidigen und zu festigen.

Der Kampf der PdA gegen die Abweichungen der chruschtschowistischen sowjetischen Führerschaft begann unmittelbar nach dem XX. Parteitag der KPdSU. Obwohl dieser Kampf in seinen Anfängen nicht direkt und öffentlich geführt wurde, hatte die PdA dem Zentralkomitee der KPdSU alle ihre Vorbehalte und Einwände auseinandergesetzt. Die PdA versuchte auf jede erdenkliche Weise, die öffentliche Publizierung ihrer Differenzen mit der Führung der KPdSU zu vermeiden, um nicht den Feinden des Kommunismus Waffen in die Hand zu geben. Allerdings waren zu dieser Zeit die wirklichen Absichten Chruschtschows noch nicht bekannt, weshalb sie versuchte, die Differenzen durch Gespräche und Konsultationen in kameradschaftlichem Geist beizulegen. Selbst einen prinzipienfesten Standpunkt einnehmend, erstrebte und erhoffte die PdA, die sowjetischen Führer würden ihre Fehler erkennen und wieder den richtigen Weg einschlagen.

Doch mehr und mehr wurde der PdA das wirkliche Wesen der sowjetischen Revisionisten klar. Je mehr sich deren Verrat enthüllte, um so heftiger und unversöhnlicher wurde der Kampf, den die PdA gegen den Chruschtschow-Revisionismus führte, um ihn vollständig bloßzustellen und zu zerschlagen.

Auf der Bukarester Konferenz im Juni 1960 trat die PdA offen und offensiv hervor, um die marxistisch-leninistischen Prinzipien zu verteidigen. Sie rief den Chruschtschow-Revisionisten ein lautes „Halt!“ entgegen, als diese versuchten, ein gefährliches Komplott gegen die KP Chinas und gegen die ganze internationale kommunistische Bewegung zu inszenieren.

Nach der Bukarester Konferenz starteten die sowjetisch-revisionistischen Führer einen brutalen Angriff gegen die PdA, mit dem Ziel, sie auf eine Linie mit ihnen und mit ihren Taten zu zwingen. In dieser Situation wurde die PdA restlos von der Notwendigkeit überzeugt, ihr prinzipientreues Festhalten an allen Grundsätzen der internationalen kommunistischen Bewegung mit äußerstem Mut und größter Entschlossenheit fortzusetzen. Das machte sie auf der Konferenz in Moskau im Novmber 1960.

In seiner Rede auf dieser Konferenz unterbreitete Genosse Enver Hodscha offen, schonungslos und mit revolutionärem Mut den prinzipiellen Standpunkt der PdA zu jenen Hauptfragen der internationalen kommunistischen Bewegung, in welchen Differenzen entstanden waren. Er kritisierte in schärfster Weise die revisionistische Gruppe N. Chruschtschows, sowohl hinsichtlich ihrer falschen und antimarxistischen Theorien und Aktionen, als auch wegen ihrer brutalen Einmischung in die inneren Verhältnisse der PdA und wegen der wilden Attacken gegen sie.

Die PdA übte diese absolut prinzipientreue Kritik an den sowjetischen Führern, um die Einheit der internationalen kommunistischen Bewegung und des sozialistischen Lagers zu verteidigen, die nicht verwirklicht werden kann ohne Aufdeckung von Fehlern und parteifremden Manifestationen, ohne deren eindeutige Verurteilung und Korrektur entsprechend den marxistisch-leninistischen Normen.

Die Chruschtschowisten taten auf der Moskauer Konferenz ihr Äußerstes, um die Kritik an ihren revisionistischen Auffassungen und Diversionsakten zu entkräften. Doch ihr Bemühen war vergeblich.

Angesichts der entschiedenen und prinzipienfesten Haltung der PdA zu den Problemen, vor denen sich die internationale kommunistische Bewegung befand und nach den Ausführungen der chinesischen Delegation waren die Vertreter aller an den Konferenz teilnehmenden Parteien gezwungen, sich entweder für den einen oder für den anderen Weg auszusprechen. Vor eine solche Lage gestellt, versuchten die Revisionisten die Aufmerksamkeit der Delegierten von den prinzipiellen Fragen wegzulenken und die Konferenz in eine Arena bösartiger Attacken gegen die PdA Albaniens und die KP Chinas zu verwandeln. Doch auch dieser Versuch schlug fehl. Der prinzipielle internationalistische Standpunkt der PdA zur Verteidigung des Marxismus-Leninismus und der Einheit der internationalen kommunistischen Bewegung wurde von der KP Chinas und von den Delegierten etlicher anderer Parteien unterstützt. Die Chruschtschow-Revisionisten sahen sich gezwungen, zurückzustecken.

Die Rede des Genossen Enver Hodscha war ein entscheidender Beitrag zu dem erfolgreichen Ergebnis der Moskauer Konferenz. Dank des entschiedenen Kampfes der KP Chinas, der PdA  Albaniens und einiger anderer Parteien wurde die D e k l a r a t i o n  angenommen. In dieser Deklaration waren wohl gewisse unrichtige Schlußfolgerungen und fehlerhafte Thesen enthalten. Ihnen standen die Auffassungen der PdA diametral gegenüber, was diese auf der Konferenz auch offen ausdrückte. Angesichts der Richtigkeit des Inhalts der Deklaration im allgemeinen aber unterzeichnete die Delegation der PdA dieses Dokument. Während sie bereit war, im Interesse der Einheit in Detailfragen Konzessionen zu machen, war die PdA nicht bereit, Konzessionen irgendeiner Art in den Hauptfragen zu machen, welche die Grundprinzipien des Marxismus-Leninismus betrafen.

Die PdA Albaniens war der Meinung, daß die Einheit der internationalen kommunistischen Bewegung hergestellt werden könnte, falls jede Partei die Deklaration redlich befolgt, und daß die Differenzen beizulegen wären einfach durch Befolgung der Normen, welche den Beziehungen zwischen marxistisch-leninistischen Parteien zugrundeliegen – ohne daß man die Differenzen vor den Feinden des Sozialismus publik macht. Das ist der Grund, warum es die PdA zunächst unterließ, die Rede des Genossen Enver Hodscha auf der Moskauer Konferenz zu veröffentlichen, allerdings streng darauf bestehend, daß die dort angenommene Deklaration auch eingehalten wird.

Die Rede des Genossen Enver Hodscha auf der Moskauer Konferenz zeigte klar, daß die PdA Albaniens nun entschlossen war, eine offene Schlacht gegen die bourgeoise und revisionistische Ideologie zu wagen – wenngleich diese Schlacht zu dieser Zeit noch nicht jene Breite und Tiefe erlangte, die sie später erreichte, in logischer Folge der Zuspitzung des Kampfes zwischen Marxismus-Leninismus und modernem Revisionismus und der Degeneration der sowjetisch-revisionistischen Führer in eine Bande von Renegaten und Verrätern des Sozialismus. Das ganze Dokument trägt den Stempel der Zeit und der Umstände, unter denen es geboren wurde.

Seine Veröffentlichung erfolgt ohne jedwede Abänderung.

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Friedliche Koexistenz und Klassenkampf

Die Partei der Arbeit Albaniens (PdA) ist der Meinung, daß der Imperialismus – zuerst und vor allem der US-Imperialismus – aus seiner Haut nicht herauskann, daß er seine Farbe und sein Wesen, n i c h t  g e ä n d e r t  hat. Er ist aggressiv und er wird aggressiv bleiben, solange auch nur ein einziger Zahn in seinem Maul verblieben ist. Und entsprechend seiner aggressiven Natur kann er die Welt in einen Krieg stürzen. Daher bestehen wir darauf – wie wir schon in der Sitzung des Redaktionskomitees ausgeführt haben – allen Völkern restlos klarzumachen, daß es  k e i n e  a b s o l u t e  G a r a n t i e  gegen einen Weltkrieg gibt, solange der Sozialismus nicht in der gesamten Welt oder zumindest im Großteil aller Länder gesiegt hat. Die US-Imperialisten machen kein Geheimnis aus ihrer Weigerung, abzurüsten. Sie betreiben ihre Aufrüstung und Kriegsvorbereitung vorwärts, daher müssen  w i r  a u f  d e r  H u t  sein.

Wir dürfen dem Feind keinerlei prinzipielle Konzessionen machen, wir dürfen k e i n e r l e i   I l l u s i o n e n  ü b e r  d e n  I m p e r i a l i s m u s   z u l a s s e n, denn das würde die Dinge, trotz  all unserer guten Absichten , nur zum Schlechten wenden. Außer der materiellen Aufrüstung und Kriegsvorbereitung gegen uns hat der Feind auch eine hemmungslose Propaganda begonnen, um die G e h i r n e  der Menschen zu benebeln und ihr Denken zu lähmen. Er gibt Millionen von Dollars aus, um Akte der Spionage, der Diversion und der Gewalt gegen unsere Länder zu organisieren. Der US-Imperialismus verwendete und verwendet Unsummen für seine gefügigen Agenten, für die verräterische Tito-Bande. Er macht all das mit dem Ziel, unsere internationale Front zu schwächen, Spaltung zu säen, unser Hinterland zu unterminieren und zu desorganisieren. Hier ist eine Menge über friedliche Koexistenz gesagt worden; einige gingen sogar so weit, die alberne Behauptung aufzustellen, die Volksrepubliken China und Albanien seien angeblich Gegner der friedlichen Koexistenz. Anscheinend muß man solche falschen und gefährlichen Behauptungen ein für allemal zurückweisen. Es kann keinen sozialistischen Staat und keinen Kommunisten geben, der friedliche Koexistenz ablehnte, der ein Kriegstreiber wäre. Der große Lenin war der erste, der das Prinzp der friedlichen Koexistenz zwischen Staaten verschiedener gesellschaftlicher Ordnung als eine objektive Notwendigkeit hervorgehoben hat, solange sozialistische und kapitalistische Staaten nebeneinander in der Welt existieren. Diesem großen Prinzip Lenins getreu hat unsere PdA stets die Politik der friedlichen Koexistenz befolgt und wird sie stets befolgen, entsprechend den vitalen Interessen aller Völker und entsprechend dem Ziel der weiteren Konsolidierung der Positionen des Sozialismus. Daher ist dieses Leninsche Prinzip die Grundlage der ganzen Außenpolitik unserer Volksmacht.

Friedliche Koexistenz zwischen zwei gegensätzlichen Systemen setzt aber nicht voraus – wie die modernen Revisionisten hinstellen -, daß der Klassenkampf aufgegeben wird. Im Gegenteil – der Klassenkampf muß fortgesetzt werden, der politische  und ideologische Kampf gegen den Imperialismus, gegen die bourgeoise und revisionistische Ideologie muß sogar noch intensiver geführt werden. In unserem beharrlichen Kampf zur Gewährleistung der Leninschen friedlichen Koexistenz bei gleichzeitiger Ablehnung aller prinzipiellen Konzessionen an den Imperialismus, müssen wir sowohl den Klassenkampf in den kapitalistischen Ländern als auch die nationale Befreiungsbewegung in den kolonialen und abhängigen Ländern weiter fördern..
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Sich nicht gründlich auf Gewaltanwendung vorzubereiten, heißt in einer blutigen Niederlage zu versinken!

Unserer Auffassung nach müssen die kommunistischen und Arbeiterparteien in den kapitalistischen Ländern danach streben, eine friedliche Koexistenz zwischen den noch kapitalistischen und unseren sozialistischen Ländern zu erreichen. Das stärkt die Positionen der Friedenskräfte und schwächt die Positionen des Kapitalismus in diesen Ländern, hilft überhaupt dem Klassenkampf. Aber damit sind die Aufgaben dieser Parteien noch nicht erschöpft. In diesen Ländern ist es erforderlich, den Klassenkampf zu forcieren, zu intensivieren und zu verstärken. Die arbeitenden Massen unter Führung des Proletariats dieser Länder mit der kommunistischen Partei an ihrer Spitze müssen in Zusammenarbeit mit dem gesamten Proletariat der Welt dem Imperialismus das Lebenslicht ausblasen, sein militärisches und ökonomisches Potential zerschlagen, ihm seine politische und wirtschaftliche Macht entreißen und zum Sturz der alten Macht und zur Errichtung der neuen Macht, der Volksmacht schreiten. Wie aber werden sie das tun können – mittels der revolutionären Gewalt oder auf dem friedlichen, parlamentarischen Weg?

Diese Frage war bisher ganz klar und es war nicht notwendig, daß sie Genosse Chruschtschow auf dem XX. Parteitag verwirrte, und zwar in derselben Weise, wie das auch die Opportunisten zu tun pflegen. Wozu war es denn gut, zu solchen Parodien auf die klaren Lehren Lenins und der Sozialistischen Oktoberrevolution Zuflucht zu nehmen?

Die PdA Albaniens hat in dieser Frage einen ganz eindeutigen Stadnpunkt und läßt sich von den entsprechenden Lehren Lenins nicht abbringen. Bisher hat kein Volk, kein Proletariat und keine kommunistische oder Arbeiterpartei die Macht ohne Blutzoll und ohne Gewaltanwendung erreicht.

         Es ist unrichtig, wenn einige Genossen glauben, bei ihnen sei die Macht ohne Blutzoll erobert worden, denn sie vergessen, daß die glorreiche Sowjetarmee während des Zweiten Weltkriegs ganze Ströme von Blut für sie hat vergießen müssen.

Unsere Partei ist der Ansicht, daß wir, was diese Angelegenheit betrifft, vorbereitet sein müssen – und zwar gut vorbereitet – auf beide Möglichkeiten, vor allem aber auf die Ergreifung der Macht mittels Gewalt, denn erst wenn wir darauf gut vorbereitet sind, gewinnt auch die andere Möglichkeit an Chancen. Die Bourgeoisie mag euch erlauben, Psalmen zu singen, aber eines Tages versetzt sie euch in faschistischer Manier einen Schlag über den Schädel und vernichtet euch, weil ihr die für den Kampf nötigen Kader nicht ausgebildet, weil ihr keine illegale Arbeit getan habt, weil ihr weder den Boden vorbereitet habt, von dem aus ihr auf lange Sicht im Untergrund arbeiten könnt, noch die Mittel, mit denen ihr kämpfen müßt. Wir müssen einer solchen tragischen Eventualität zuvorkommen!

Die PdA Albaniens ist und wird stets sein für Frieden und friedliche Koexistenz, sie wird dafür stets auf marxistisch-leninistische Weise kämpfen, so wie uns das Lenin lehrte, und auf der Basis des Moskauer Friedensmanifestes. Sie kämpfte, kämpft und wird weiter aktiv für allgemeine Abrüstung kämpfen. Aber auf keinen Fall und nicht einmal für einen Augenblick wird die PdA ihren politischen und ideologischen Kampf gegen die Aktivitäten der Imperialisten und Kapitalisten sowie gegen die bürgerliche Ideologie einstellen; sie wird niemals aufhören, einen scharfen, ununterbrochenen und kompromißlosen Kampf zu führen gegen den modernen Revisionismus, insbesondere gegen den jugoslawischen Tito-Revisionismus. Es mag Genossen geben, die uns Albaner beschuldigen, halsstarrig, heißblütig, sektiererisch, dogmatisch oder sonstwie zu sein, aber wir weisen all diese unwahren Anschuldigungen zurück und sagen ihnen, daß wir von unseren Positionen nicht abgehen werden, weil das marxistisch-leninistische Positionen sind.
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Die unverschämte Drohung Koslows

Man behauptet, daß wir für einen Krieg und gegen die Koexistenz sind. Genosse Koslow hat uns Albaner sogar vor die Wahl gestellt: entweder Koexistenz wie er sie versteht, oder eine imperialistische Atombombe wird Albanien in einen Haufen Asche verwandeln und keinen einzigen Albaner am Leben lassen. Eine solche Atomdrohung hat bis jetzt noch kein Vertreter des US-Imperialismus gegen unser Volk gerichtet. Aber hier ist das geschehen und zwar von Seiten eines Mitglieds des Präsidiums des Zentralkomitees der KPdSU. Und gegen wen? Gegen ein kleines heroisches Land, gegen ein Volk, welches jahrhundertelang gegen zahllose grausame Feinde gekämpft und niemals seine Knie gebeugt hat, gegen ein kleines Land und gegen ein Volk, das mit beispiellosem Heroismus gegen die Hitleristen und italienischen Faschisten kämpfte, gegen ein Volk, das wie Fleisch und Blut mit der glorreichen Sowjetunion verbunden war, gegen eine Partei, welche treu, unerschütterlich und bis zur letzten Konsequenz zum Marxismus-Leninismus und zur Kommunistischen Partei der Sowjetunion steht. Doch Genosse Frol Koslow, Du hast Dich in der Adresse geirrt, Du kannst uns nicht ins Bockshorn jagen und zwingen, Deinen falsch kalkulierten Wünschen nachzugeben. Wir werden die glorreiche Partei Lenins nicht mit Dir verwechseln, der Du Dich so schlecht, mit solcher Schamlosigkeit gegen das albanische Volk und gegen die Partei der Arbeit Albaniens verhältst.

Die PdA Albaniens wird alle richtigen und dem Frieden dienenden Vorschläge der Sowjetunion und anderer Länder des sozialistischen Lagers sowie der übrigen friedliebenden Länder verteidigen und unterstützen. Die PdA Albaniens wird alle ihre Kräfte daransetzen und alle ihre Rechte und Pflichten wahrnehmen, um die Einheit des sozialistischen Lagers, seine marxistisch-leninistische Einheit, zu stärken. Es wäre absurd anzunehmen, daß sich das kleine sozialistische Albanien vom sozialistischen Lager trennen, isoliert vom sozialistischen Lager und ohne Bruderschaft mit den sozialistischen Völkern leben möchte. Albanien ist für seine Zugehörigkeit zum sozialistischen Lager niemand gegenüber zu Dank verpflichtet – das albanische Volk selbst und die PdA Albaniens haben es in dieses Lager gestellt, mit ihrem Blut und Schweiß, durch ihre Arbeit und ihre Opfer, durch ihr Staatssystem und durch ihre marxistisch-leninistische Politik. Aber möge nie jemand glauben, daß Albanien, weil es ein kleines Land ist, daß die Partei der Arbeit Albaniens, weil sie eine kleine Partei ist, einfach tun werde, was irgendjemand verlangt, wenn wir überzeugt sind, daß dieser Jemand unrecht hat. 

Probleme der Zusammenarbeit der sozialistischen Länder

Wie ich bereits feststellte, ist die PdA der Meinung, daß unser sozialistisches Lager, welches sich vom Marxismus-Leninismus leiten läßt und die selben Ziele hat, auch eine gemeinsame Strategie und Taktik haben sollte und daß eben diese durch unsere Parteien und durch die Staaten des sozialistischen Lagers gemeinsam ausgearbeitet werden sollten. Innerhalb unseres Lagers anerkennen wir gewisse Formen der Organisation der Arbeit, doch die Wahrheit ist, daß das ziemlich formalen Charakter hat. Besser gesagt, die Arbeit funktioniert nicht in kollektiver Weise, so zum Beispiel nicht in den Organen des Warschauer Vertrags und im Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe. Laßt mich das ganz klarstellen. Hier geht es nicht bloß um die Frage, ob wir konsultiert werden sollten oder nicht. Natürlich, niemand bestreitet unser Recht, auch konsultiert zu werden. Doch es sollten Konsultationsversammlungen abgehalten werden. Wir betrachten das als prinzipielles Erfordernis und sagen, daß diese Form der Organisation in regelmäßigen Intervallen erfolgen soll, daß die Probleme zur Diskussion gestellt, daß die Beschlüsse gefaßt und eine Kontrolle über deren Einhaltung durchgeführt werden sollte.

Die Entwicklung und weitere Stärkung der Wirtschaft unserer sozialistischen Länder war stets ein Hauptanliegen unserer Parteien und Regierungen und bildet einen entscheidenden Faktor der unüberwindlichen Stärke des sozialistischen Lagers.

Der Aufbau des Sozialismus und Kommunismus geht in unseren Ländern in schnellem Tempo vor sich. Das ist ein Ergebnis der großen Anstrengungen unserer Völker und der gegenseitigen Hilfe, die sie einander gewähren. In dieser Richtung spielte und spielt die Koordination der Wirtschaftspläne unserer Länder und die Tätigkeit des Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe eine Rolle von größter Wichtigkeit.

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Die Frage der gegenseitigen Hilfe

Daß die Volksrepublik Albanien bisher niemand ökonomische Hilfe gegeben hat, liegt erstens daran, daß wir ein armes Land sind, zweitens daran, daß einer solchen ökonomischen Hilfe durch uns niemand bedurfte. Doch gemäß den korrekten Normen machten und machen wir alle Anstrengungen, jenen Ländern, die unsere Freunde und Brüder sind, in gewissem Ausmaß durch unsere Exporte zu helfen. Uns selbst wurde Hilfe zuteil durch unsere Freunde, in erster Linie und vor allem durch die Sowjetunion. Man hat uns durch Kredite und durch Spezialisten unterstützt, ohne die es für unser Land und seine Wirtschaft sehr schwierig geworden wäre, sich in einem solchen Tempo zu entwickeln, wie wir es erreichten. Die Partei der Arbeiter und die Volksrepublik Albanien haben diese großzügige Hilfe seitens der Sowjetunion und der anderen Länder der Volksdemokratie nach besten Kräften zu maximalem Nutzen für unser Volk verwendet. Unser Volk wird dem Sowjetvolk, der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und der Sowjetregierung, den Völkern, Parteien und Regierungen der Länder der Vollksdemokratie für diese Hilfe stets danbar sein. Wir betrachteten und betrachten sie nicht als milde Gabe, sondern als brüderliche internationalistische Hilfe.

       Unser Volk, das in schrecklicher Armut gelebt und mit Heroismus gekämpft hatte, das gemordet und ausgebrannt worden war, hatte die Pflicht, die Hilfe seiner Freunde und Brüder zu suchen, die größer und wirtschaftlich reicher waren. Und es ist, war und ist weiter die internationalistische Pflicht dieser Freunde, eine solche Hilfe zu geben. Daher ist es notwendig, jegliche dunkle unmarxistische Deutung der Natur und des Zwecks dieser Hilfe zurückzuweisen. Wirtschaftlichder Druck gegenüber der PdA Albaniens, der albanischen Regierung und dem albanischen Volk wird niemals auch nur den geringsten Erfolg haben.

         Ich möchte hier vorschlagen, daß die Hilfe der wirtschaftlich stärkeren an die ökonomisch schwächeren Länder, wie etwa an unser Land, umfangreicher sein sollte. Das albanische Volk beabsichtigt in keiner Weise, seine Hände in den Schoß zu legen und den Mund aufzureißen, um sich von anderen füttern zu lassen; sowas entspricht nicht seinem Charakter. Unser Volk erwartet auch nicht, daß der Lebensstandard in unserem Land plötzlich auf jenen Lebensstandard gehoben wird, der in einigen anderen Ländern der Volksdemokratie schon zu verzeichnen ist. Dennoch sollte unserem Land größere Hilfe gegeben werden zur rascheren Entwicklung seiner Produktivität.

Wir denken, daß die ökonomisch stärkeren Länder des sozialistischen Lagers auch den neutralen kapitalistischen Ländern und den Völkern, die sich soeben vom Kolonialismus befreit haben, Kredite gewähren sollen – vorausgesetzt, daß die Führer dieser kapitalistischen Länder in Gegensatz zum Imperialismus stehen, die Friedenspolitik des sozialistischen Lagers unterstützen und die rechtmäßige Tätigkeit der revolutionären Kräfte nicht behindern oder verfolgen. Doch in erster Linie sollten die Bedürfnisse der Länder des sozialistischen Lagers genauer ins Auge gefaßt und sollte diesen entsprochen werden. Sicherlich , Indien braucht Eisen und Stahl – doch das sozialistische Albanien hat das viel drinngender nötig. Sicherlich, Ägpten braucht Bewässerungsanlagen und elektrische Energie – doch das sozialistische Albanien benötigt das noch dringender.
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Gefährliche „Initiativen“

In sehr vielen politischen Fragen erstrangiger Bedeutung gab und gibt es in unserem sozialistischen Lager übereinstimmende Auffassungen. Da jedoch kollektive Konsultationen keine regelmäßige Einrichtung geworden sind, muß man in einer Reihe von Fällen feststellen, daß Staaten unseres sozialistischen Lagers politische Initiativen ergriffen, welche oft auch die Interessen anderer Länder dieses Lagers oder des Lagers überhaupt berührten. Nicht, daß wir im Prinzip gegen  Initiativen einzelner Länder wären – jedoch etliche der erwähnten Initiativen waren nicht in Ordnung, insbesondere nicht jene, die durch Mitglieder des Warschauer Vertrags kollektiv hätten behandelt werden müssen.

Eine Initiative dieser Art war die der bulgarischen Regierung, welche unter völliger Ignorierung Albaniens der griechischen Regierung mitteilte, daß die auf dem Balkan befindlichen Länder der Volksdemokratie mit einer Abrüstung einverstanden wären, falls auch Griechenland abrüste. Von unserem Standpunkt aus war diese Initiative fehlerhaft, denn sogar wenn ihr die Regierung zugestimmt hätte, wäre sie von der albanischen Regierung nicht akzeptiert worden. Albanien befindet sich wohl in Übereinstimmung mit dem sowjetischen Vorschlag, den Chruschtschow im Mai 1959 unterbreitete (Errichtung einer atomwaffenfreien Zone am Balkan und im adriatischen Raum, Anmkg. der RF), doch nicht mit dem bulgarischen Vorschlag, welcher auf die Abrüstung der Balkanländer abzielt und dabei Italien unberücksichtigt läßt. Haben denn die bulgarischen Genossen vergessen, daß das bourgeoise und faschistische Italien Albanien in diesem Jahrhundert bereits mehrere Male überfallen hat?

Und weiter: Können die bulgarischen Genossen, ohne jede Konsultation der albanischen Regirung, mit der sie durch einen Verteidigungspakt verbunden sind, sich erlauben, einen Nichtangriffs- und Freundschaftsvertrag mit der griechischen Regierung vorzuschlagen in einem Zeitpunkt, da sich Griechenland weiter im Kriegszustand mit Albanien betrachtet und territoriale Ansprüche gegen unser Land erhebt?  Wir meinen, daß es sehr gefährlich ist, solche einseitigen Aktionen zu unternehmen. Vielleicht sind die bulgarischen Genossen auf Grund unserer korrekten und legitimen Opposition gegen ihre Initiative zu der Schlußfolgerung gelangt, daß wir Albaner die Koexistenz nicht wirklich verstehen, daß wir einen Krieg wollen und so weiter. Aber solche Ansichten sind falsch.

Ähnliche Schritte haben auch die ponischen Genossen bei der UNO unternommen, als Genosse Gomulka in der Generalversammlung der Vereinten Nationen in ganz einseitiger Weise erklärte, daß Polen vorschlage, hinsichtlich der Stationierung militärischer Truppen in der Welt beim Status Quo zu bleiben, im einzelnen also, daß keine weiteren Militärbasen geschaffen, die schon bestehenden aber bleiben sollen; daß keine weiteren Raketenrampen mehr installiert, die existierenden aber beibehalten werden sollen; daß jene Staaten, welche das Geheimnis der Atombombe schon besitzen, es behalten, aber nicht an die anderen Staaten weitergeben sollen. Unserer Meinung nach ist ein solcher Vorschlag den Interessen unseres sozialistischen Lagers zuwiderlaufend. Es sollen keine weiteren Raketen mehr in Stellung gebracht werden – aber wen betrifft und wo gilt das? Alle NATO-Verbündeten einschließlich Italien, Westdeutschland und Griechenland sind bereits mit Raketen ausgerüstet. Das Geheimnis der Atombombe soll nicht weitergegeben werden – nicht an wen? England, Frankreich und Westdeutschland besitzen es doch. Es liegt auf der Hand, daß ein Vorschlag dieser Art vor allem uns, die Länder der Volksdemokratie verpflichten würde, auf die Installierung von Raketen zu verzichten und daß ihm zufolge außer der Sowjetunion kein einziges anderes Land des sozialistischen Lagers Atomwaffen besitzen dürfte

Wir stellen die Frage, warum das kommunistische China nicht die Atombombe haben sollte? Wir denken, daß China sie besitzen sollte. Wenn es die Bombe und entsprechende Raketen hat, werden wir ja sehen, welche Töne die US-Imperialisten dann von sich geben werden, wie lange sie Chinas Rechte in der internationalen Arena noch ignorieren können und ob die US-Imperialisten dann noch wagen werden, derart mit ihren Waffen zu klirren wie gegenwärtig.

Man könnte die Frage stellen: wird China gegen die USA sein Recht durchzusetzen versuchen, indem es die Bombe erlangt und wirft? Nein, weder China noch die Sowjetunion werden die Bombe anwenden, solange sie nicht von jenen damit angegriffen werden, denen Aggression und Krieg im Blute liegen. Hätte die Sowjetunion nicht die Bombe, so würden die Imperialisten uns gegenüber ganz andere Töne anschlagen. Wir werden niemals mittels der Bombe angreifen, wir sind gegen den Atomkrieg, wir sind bereit, die Bombe zu zerstören, doch unter den gegebenen Umständen müssen wir sie für Verteidigungszwecke bereithalten. „Es ist die Furcht, die unseren Weinberg schützt“ sagt unser Volk. Und die Imperialisten sollen vor uns Angst haben.

(Wird fortgesetzt)

 

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