Aus den Landesverbänden

Grafik: "Die Welt vor 5o Jahren". Die Grafik ist kein Bestandteil des vorliegenden Artikels des ROTEN MORGEN.

ROTER MORGEN, 3. Jg., September 1969

Zunehmende Aktivität war das Kennzeichen der politischen Arbeit der Landesverbände und Ortsgruppen der KPD/ML während der letzten woche und Monate vor der Wahl. Erstmalig fand am 21. August aus Protest gegen den „sozial“-imoerialistischen Überfall durch die Truppen des Warschauer Paktes auf die CSSR in Westberlin eine Demonstrationstatt, die allein auf Initiative und unter der Leitung der Roten Garde zustande kam und an der sich über 300 Genossen und Rotgardisten beteiligten. In Hamburg ehrtenam 18. August, dem 25. Jahrestag der Ermordung Ernst Thälmanns, genossen und Rotgardisten das Leben und Wirken dieses großen deutschen Arbeiterführers. Dabei kam es vor der Gedenktafel Ernst Thälmann zu einem Überfall „sozial“-faschistischer Schläger der DKP auf unsere Genossen. Diese Typen scheuten sich nicht, wutschäumend eine von den Genossen mitgeführte rote Fahne mit Hammer und Sichel zu zerreißen, dem Symbol, unter dem Ernst Thälmann so mutig gekämpft hatte.

Zahlreich waren die Flugblätter, die im Zusammenhang mit der Parteilosung „Aktiver Wahlboykott“ zur Bundestagswahl erschienen. In einem Flugblatt des Landesverbandes Nordrheinwestfallen unter dem Titel „Schlagt das Bonner Wahlkomplott“ wird die Rolle der sich an den Wahlen beteiligenden Parteien erläutert und festgestellt „Alle diese Parteien wollen die Ausbeutung der werktätigen Massen aufrechterhalten“. In einem Flugblatt der Ortsgruppe Köln wird auf die Wahl „zwischen mehreren Übeln“ eingegangen und festgestellt, daß die Alternative allein in der gewaltsamen Beseitigung des jetzigen kapitalistischen Systems liegt, zu dessen Sturz sich die Arbeiterklasse organisieren muß. In Hamburg wurde der Aufruf zum Wahlboykott mit der Rolle des sozialen und nationalen Verrats verbunden, den beide „deutsche“ Regierungen, die Ulbricht-Clique im Osten, Kiesinger, Brandt und Konsorten im Westen verüben. Während in Köln Plakate mit der Aufforderung „Boykottiert die Wahl, schreibt KPD/ML auf den Wahlzettel“ erschienen, war das Stadtbild von Hamburg mit Aufklebern übersät, die neben der Boykottlosung zum ‚Wahlstreik‘ aufforderten. Diese Kleber wurden auch in Mannheim, Karlsruhe, Celle und Hannover geklebt.

Doch nicht nur zur Wahl wurde von den Parteigruppen Stellung genommen, sondern auch zur Streikwelle, die die Betriebe erfaßte. In einem Flugblatt der Ortsgruppe München wurde neben dem Aufruf zur Solidarität mit den Streikenden die reaktionäre Rolle der Unternehmer und der Gewerkschaftsbürokratie entlarvt und der Streik als „die richtige Antwort auf die Scheingefechte der Wahlkampfparteien“ herausgestellt. In einem Hamburger Flugblatt zum Streik unter der Überschrift „Schluss mit der Herrschaft der Millionäre und ihrer Lakaien, im Staat, Regierung, Gewerkschaft, Parteien“ wird gesagt, daß die deutschen Arbeiter die Behauptung jener, die meinten, die deutschen Arbeiter seien lahm, voller Angst und verstünden nicht mehr zu kämpfen, wie eine Seifenblase zerplatzen ließen. In einem in Kiel erschienen Flugblatt wird gesagt, daß man einer den Arbeitern feindlich gesinnten Politik von seiten der SPD und der SPD-Gewerkschaftler nur begegnen kann, indem sich die Arbeiter organisieren und handeln.

In weiteren Flugblättern der Partei und der Roten Garden in München und Köln wandte man sich gegen den drohenden Faschismus, Streben des westdeutschen Monopolkapitals nach Atomwaffen und die „sozial“-imperialistischen Überfälle der Sowjetrevisionisten auf die CSSR und die Volksrepublik China.
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Wichtige Nachricht

Noch ist es nicht zur Regel geworden, daß alle Ortsgruppen der Partei über ihre Tätigkeit in Aktionen, kurz, sachlich und analytisch berichten. Dadurch ist es dem Redaktionskollektiv des ROTEN MORGEN nicht möglich, umfassend und vollständig aus der Arbeit der Landesverbände zu berichten. Genossen, denkt daran, daß Eure Erfolge und Erfahrungen wichtig sind für die gesamte Partei.

Des weiteren wurde von Genossen berechtigte Kritik an den in ROTEN MORGEN in der Spalte „Zur Diskussion gestellt“ veröffentlichten Artikeln geäußert. Was aber nützt es, wenn diese Genossen nur mündlich die Kritik vorbringen, anstatt durch ihren schriftlichen Beitrag zu helfen, ideologischen Fragen zu klären beziehungsweise den Arbeitsstil unserer Partei zu verbessern. Die Spalte „Zur Diskussion gestellt“ soll uns helfen, vorhandene Widersprüche in der Partei offen zu diskutieren mit dem Ziel: Verbesserung unserer politischen, ideologischen und organisatorischen Arbeit. Natürlich werden wir in ihr nicht Revisionisten, Trotzkisten und Anarchisten das Wort erteilen.

Die neue Adresse unserer Org.-Abteilung lautet: Klaus-Uwe Pohlmann, 3 Hannover-Linden, Postfach 220 862. Wir bitten alle Genossen, sich in Organisations-Angelegenheiten an die diese Anschrift zu wenden.

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