Solidarität mit unseren französoschen Genossen

Programm der PCF/ML. Das Bild ist kein Bestandteil des vorliegenden Artikels des ROTEN MORGEN

ROTER MORGEN, 4. Jg., März/April 1970

Ein Gespenst geht um, nicht nur in Deutschland – das Gespenst des „Maoismus“ …

Im Juni 1968 hatte die gaullistische Reaktion die KPF/ML und UJC/ML (Union der Kommunistischen Jugend/ML) verboten. Schamloser weise berief man sich dabei auf ein Dekret der Volksfront, das sich gegen faschistische Banden richtete! Unsere Genossen von der KPF/ML, denen sich damals der marxistisch-leninistische Teil de UJC/ML anschloss, setzten den Kampf mit umso größerer Entschlossenheit des illegalen, indem sie einerseits die legale Massenorganisationen gründeten und andererseits den Parteiapparat durch den Übergang zur Illegalität der Zerschlagung entzogen. Der anarcho-“maoistische“ Teil der UJC/ML, der sich als „Proletarische Linke“ neu gründete, verspottete damals unsere Genossen und stellte die These auf, die Bourgeoisie sei so schwach, daß man keinerlei Sicherheitsvorkehrungen zu treffen brauchte.

Heute zeigt sich, wer damals recht hatte. Die französische Bourgeoisie hatte eine zeitlang die legale Agitation der Revolutionäre geduldet, weil sie nicht eine neue Eskalation des Klassenkampfes provozieren wollte. Außerdem fühlte sie sich während der Periode der Hochkonjunktur 1969 relativ stark.

Diese Periode geht nun auch in Frankreich offenbar ihrem Ende zu. Die Bourgeoisie trifft also nun Sicherheitsvorkehrungen für die kommende Krise. Ihre erste Maßnahme war ein Großangriff auf die Marxisten-Leninisten! In d30 Städten wurden unsere Genossen von der Polizei überfallen – Verhaftungen, Durchsuchungen, Schikanen … Einige Genossen wurden beschuldigt, Drogen zu handeln, andere des Terrorismus angeklagt.

In Le Mans wurden fünf Genossen verhaftet, Arbeiter und Studenten.

Die Bourgeoisie wußte sehr gut, warum sie ihren ersten Schlag gegen diejenigen richtete, die sie beschuldigte, „verbotene KPF/ML wieder aufzubauen“. Sie wußte, daß die konsequente marxistisch-leninistische Linie unserer Genossen tödliche Bedrohung für sie geworden war. Die Bourgeoisie beherrscht die Arbeiterklasse durch revisionistische Bürokratie der “K“PF und CGT (Gewerkschaft). Sie weiß, daß der Übergang immer größere Teile der Arbeiterklasse vom Revisionismus zum Marxismus-Leninismus der Anfang vom Ende ihrer Herrschaft ist.

Aber unsere Genossen stehen bereits nicht mehr allein: in Le Mans und überall in Frankreich setzte sofort eine Welle von Solidaritätsaktionen für die Verhafteten ein. Auch die Führer der „Proletarischen Linken“ wurden in inzwischen verhaftet. Das beweißt nachträglich ihren Irrtum: die Bourgeoisie ist strategisch ein Papiertiger, aber faktisch hat sie Zähne.

Jetzt kommt es darauf an, eine Einheitsfront aller französischen Revolutionäre gegen die Großoffensive des Kapitals zu organisieren. Jetzt wird sich die wirkliche proletarische Linke um die Marxisten-Leninisten scharen.

Alle Verräter wie z. B. Die trotzkistischen (lambertistische) AJS dagegen werden sich endgültig entlarven (die AJS ging inzwischen soweit auf die Linie der „K“PF über, daß sie die „Maoisten“ als bezahlte Provokateure der Polizei beschuldigte …)

Die deutschen Marxisten-Leninisten stehen fest an der Seite ihrer verfolgten Genossen, die die glorreiche Tradition der Kommune und Résistance hochhalten. Daß die Bourgeoisie sie mehr verfolgt als alle übrigen, wird den Massen endgültig beweisen, wer ihre wahre Avantgarde ist.
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