Zu den Thesen der DKP zum Düsseldorfer Parteitag

ROTER MORGEN, 5. Jg., 8. November 1971

Für ihre Thesen zum Düsseldorfer Parteitag hat die DKP einen großen Reklamefeldzug organisiert. Sie erklärte in ihrer Zeitung (UZ 32/71), daß die Thesen „sich auf die marxistische Analyse neuer Entwicklungen der Wirtschaft und des Staates, der Politik und der Gesellschaft unseres Landes“ gründen.

Es sind 44 Thesen, in denen auf 58 Seiten verbreitet wird über „die Widersprüche verschärfen sich“ (These 1), „neue Möglichkeiten für Frieden und Entspannung“, von „Bildung und Kultur“ (15) zu „der Kampf gegen Anarchismus und ultralinkes Sektierertum“ (41), „Notwendigkeit des Sozialismus“ (9) bis „die Ideologie der rechten SPD-Führer“ (40).

Das hört sich alles sehr schön an, aber es verhält sich damit wie mit vielen Sachen im Kapitalismus: schlechte Ware wird immer besonders hübsch verpackt. Man muß schon hinter die Verpackung schauen, um zu sehen, welcher Inhalt dahintersteckt. Oder wie es Lenin sagt: „Man muß den Führern auf die Finger schauen, nicht aufs Maul.“

 

Worte des Vorsitzenden Mao Tse Tung

Für eine Zeitlang mögen manche Leute die Dinge nicht klar sehen,
getäuscht werden oder einige Fehler begehen, aber nachdem sie,
solange sie Revolution machen wollen,
den wahren Sachverhalt erfahren und die wahre Natur
des Revisionismus erkannt haben,
werden sie im Verlauf ihrer revolutionäre Praxis schließlich mit
dem Revisionismus brechen und sich auf die Seite des Marxismus- Leninismus stellen.
.

Daß überall Leute auftauchen, die marxistische Phrasen in den Mund nehmen, um von ihren wahren Taten abzulenken, ist nichts neues. Die opportunistische 2. Internationale verabschiedete noch kurz vor 1914 schöne Resolutionen gegen Krieg und Imperialismus. Aber als dann die Imperialisten den Krieg anzettelten, stimmten diese Schein“marxisten“ für die Kriegsanleihen.

Wenn also heute wieder solche Leute auftauchen, die tausend Beteuerungen abgeben, daß sie doch Sozialisten seien, dann kann man das ihnen nicht einfach glauben. Wir müssen unterscheiden zwischen richtig und falsch, und das kann uns keiner abnehmen.

Was ist aber das Kennzeichen dafür, ob einer Kommunist ist oder nicht? Die wichtigste Erfahrung der Arbeiterbewegung, das Grundprinzip des Marxismus-Leninismus ist, daß die Arbeiterklasse sich nur durch die gewaltsame Revolution befreien kann. Sie muß den bürgerlichen Staatsapparat mit seinem Beamten- und Polizeiapparat und dem stehenden Heer zerschlagen und den proletarischen Staat, die Diktatur des Proletariats, errichten.

Bisheer hat noch keine neue Klasse die alte Klassenherrschaft stürzen können. Und immer errichtete die neue Klasse ihre Herrschaft über die anderen mittels eines eigenen Staatsapparates, dessen Hauptstützen die Armee und die Polizei waren. Diese Tatsache gilt um so mehr für die Arbeiterklasse heute. Denn ihr Feind, die Imperialistenklasse, ist mächtiger geworden als je eine herrschende Klasse zuvor. Die Arbeiterklasse muß die Waffen erheben, um sich zu befreien, denn es ist so, wie es Mao Tse-tung sagt: „Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen“.

Von diesem wichtigsten Prinzip steht in den Sammelsurien der DKP-Thesen allerdings kein Wort. Von der Notwendigkeit der bewaffneten Revolution, der Zerschlagung des Staatsapparates und der Diktatur findet sich nicht einmal eine zarte Andeutung.

Auf 58 Seiten verbreitet sich die DKP über alles Mögliche, zum Teil mit radikalem Wortgeklingel garniert, wie „Allein der politische und ökonomische Massenkampf kann der Arbeiterklasse wirkliche Errungenschaften geben (11)“, „der Sozialismus kann nur das Ergebnis des Kampfes der Arbeiterklasse und der Volksmassen selbst sein“ (10).

Was nützen all diese Worte, wenn sie kein Wort darüber verlieren, daß nur der bewaffnete Kampf den Sieg bringen kann, daß nur die Diktatur des Proletariats die Früchte dieses Sieges sichern kann?

Besieht man sich die Thesen näher, erkennt man leicht, daß diese Worte ein raffinierter Versuch sind, fortschrittliche Menschen, Arbeiter, die den Sozialismus wollen, für sich zu gewinnen.

Glauben sie im Ernst, Revolutionäre mit den Worten abspeisen zu können: „Wie sich die Entwicklung zum Sozialismus konkret vollziehen wird, darüber entscheidet der Klassenkampf.“

Das ist eine äußerst dürftige Verschleierung der Tatsache, daß sie sich weigern, von der proletarischen Revolution auch nur zu reden, geschweige denn, sie ernsthaft vorzubereiten. Sie wollen darauf vertrösten, daß der Sozialismus schon von alleine kommt, und wir uns nicht darauf vorzubereiten brauchen. Die Bourgeoisie weiß allerdings genau, wo es lang geht. Und sie bereitet sich auf die kommenden Kämpfe vor mit Polizeieinsätzen, Bundesgrenzschutzübungen und Verstärkung der Bundeswehr. Der Bourgeosie käme es sehr  gelegen, wenn die Arbeiterklasse diesem Unsinn der DKP vertrauen und sich nicht zum Kampf rüsten würde.

Gerade in Deutschland war das ja schon einmal so: 1918 gab es eine revolutionäre Situation, die Bourgeoisie war mit ihrem Latein am Ende, und von innen und von Außen (durch den verlorenen Krieg) angeschlagen, und die Arbeiter wollten den Sozialismus. Der Revisionismus erwies sich danach als letzter Rettungsanker. Ein Teil dieser verräterischen Führer, die Bernsteins und Kautskys, die sich als große Gelehrte des Marxismus ausgaben, hatte die Arbeiterklasse ideologisch entwaffnet, sie mit pazifistischen Thesen eingeschläfert, anstatt sie auf die gewaltsame Revolution vorzubereiten. Die Kumpane dieser „Theoretiker“ wie Scheidemann und Noske, besorgten den Rest: als der Verrat durchschaut wurde, setzten sie die konterrevolutionäre Reichswehr gegen die Arbeiter ein.

Wir Kommunisten haben unsere Lehren daraus gezogen: Die Arbeiterklasse braucht eine Partei, die den Weg aufzeigt, die sie für den Kampf rüstet und sie zum Sieg über ihre Feinde führt! Aber die Herren im DKP-Präsidium, die Professoren und Doktoren (wie Schleifstein) und die aalglatten Manager (wie Bachmann) scheinen wohl zu glauben, die Geschichte würde sich noch einmal wiederholen, damit sie auf dem Rücken der Arbeiterklasse zu Ministerehren kommen. Diese Rechnung werden wir ihnen gründlich versalzen!

In ihrer Gründungserklärung bekannten sich die DKP-Führer noch in aller Offenheit zum „friedlichen Weg“ a la Bernstein und Kautsky: „Die DKP erstrebt den für das arbeitende Volk günstigsten Weg zum Sozialismus, einen Weg ohne Bürgerkrieg. Es waren immer die herrschenden reaktionären Klassen, die zur Rettung ihrer Macht und ihrer Vorrechte blutige Gewalt gegen das Volk anwandten.“  Sie versuchen dann fieberhaft zu begründen, wieso es denn noch einen friedlichen Weg gäbe. Inzwischen sind sie schlauer geworden, denn sie wissen, daß immer weniger Arbeiter bereit sind, ihnen das abzunehmen.

Hätten sie vorgehabt, in der These 10 ernsthaft über den Weg zum Sozialismus zu schreiben, wären sie gezwungen, zu diesem Punkt wenigstens Stellung zu beziehen. Sie haben es aber vorgezogen, ganz darüber zu schweigen. Halten sie die Massen und viele einfache DKP-Mitglieder für so dumm, daß sie glauben, diesen Fragen dadurch aus dem Weg zu gehen, daß sie darüber schweigen?

Lenin stellte fest, daß der Übergang vom Kapitalismus zum Monopolkapitalismus nicht eine besondere Erschwernis der Revolution ist, sondern im Gegenteil: „Die Nähe eines solchen Kapitalismus (gemeint ist der Monopolkapitalismus) muß für wirkliche Vertreter des Proletariats ein Beweisgrund sein für die Nähe, Leichtigkeit und Dringlichkeit der sozialistischen Revolution.“

Aber die DKP-Führer wollen der Arbeiterklasse das Gegenteil weismachen: „Gerade weil für die DKP der Sozialismus keine Phrase, sondern Ziel und Perspektive ist, dem ihre ganze

Tätigkeit gilt, erklärt sie, daß es in der BRD vom staatsmonopolistischen Kapitalismus zum Sozialismus keinen unvermittelten Übergang gibt.“

Auf den Beweis der revisionistischen „Neuigkeiten“ der DKP-Führer müssen die unterdrückten Klassen, die sich unversehens um die Revolution gebracht sehen, allerdings verzichten. Statt einer Begründung klopfen sich die Herren DKP-Führer auf die Brust und verkünden, daß für sie der Sozialismus nicht nur Ziel, sondern auch Perspektive sei. Disse „Begründung“ ist nicht nur äußerst unsinnig, sondern auch ziemlich anrüchig, und der deutschen Arbeiterklasse schon bekannt:

Als 1919 die SPD den Kapitalismus vor der revolutionären Arbeiterklasse rettete, versuchte sie den Kapitalismus im Mantel der „demokratischen Republik“ als „Sozialismus“ auszugeben, während sie gleichzeitig durch den berüchtigten SPD-Minister, den „Bluthund“ Noske, die Arbeiterbewegung mit blutiem Terror unterdrückte. Dies ist nur ein Beispiel. Aber es hat die Arbeiter gelehrt, den Leuten zu mißtrauen, die sich in die Brust werfen und sich als wahre Sozialisten aufspielen, besonders wenn sie eine neue, angeblich bessere Variante erfunden haben.

Liest man jetzt, was anstelle eines unmittelbaren Übergangs auf dem Weg zum Sozialismus eintritt, so entdeckt man, daß die Erfindung gar nicht neu ist, sondern aus den Programmen der Hilferding, Kautsky und Co. abgeschrieben wurde – der Großväter des Revisionismus.

„Aufgrund der heutigen Bedingungen des Klassenkampfes geht die DKP davon aus, daß der Weg zum Sozialismus in unserem Lande über den Kampf der Arbeiterklasse und der anderen demokratischen Kräfte um die Zurückdrängung und schließliche Überwindung der Macht des Monopolkapitals durch die Entwicklung einer antimonopolistischen Demokratie führt.“ (10)

Die DKP-Führer wollen ihre Mitglieder und Sympathisanten also für dumm verkaufen. Denn jeder kann bei Lenin, auf den sich die DKP-Führer fälschlicherweise so gern berufen, nachlesen, daß es zwischen Kapitalismus und Sozialismus keine Zwischenstufen gibt, daß „der staatsmonopolistische Kapitalismus, die vollständige materielle Vorbereitung des Sozialismus, seine unmittelbare Vorstufe (ist), denn auf der historischen Stufenleiter gibt es zwischen dieser Stufe und derjenigen, die Sozialismus heißt, keinerlei Zwischenstufen mehr.“ (LW, S.370)

Die herrschende Klasse verfügt heute über eine Bundeswehr, die modernste Armee Europas, einen Bundesgrenzschutz, der besonders im Straßenkampf geübt, ein Riesenaufgebot von Polizei jeder Sorte, bewaffnet mit Handgranaten und Mörsern, dazu noch Werkschutz und Spitzel jeder Ausführung. Wer nicht total mit Blindheit geschlagen ist, sieht, daß diese ganze Truppe von der Bourgeoisie gehegt wird, um die Aufrechterhaltung der bestehenden „Rechtsordnung“ (also die Ausbeuterordnung) zu sichern. Wer davon träumt, die Kapitalisten ließen sich ihre Macht nehmen und sähen dabei ruhig zu, dem haben die Ideologen der Bourgeoisie total den Kopf verdreht. Er sollte sich dabei hüten, für diesen Unsinn laut Reklame zu machen, um sich nicht dem Spott auszusetzen.

Offensichtlich sind die DKP-Führer auch nicht ganz von der Glaubwürdigkeit ihrer Vorschläge überzeugt. Deshalb erfinden sie ab und zu neue Worte dafür. Zuerst heißt es, daß sie „die Macht der Monopole „ „einschränken“, „zurückdrängen“, „überwinden“ wollen. Neuerdings erklären sie, „die Macht des Monopolkapitals“ werde „unterspült“ und „weggeschwemmt“. (siehe Bildungsmaterial der DKP) Leider haben die DKP-Führer es vermieden, zu begründen, wieso die Bourgeoisie plötzlich einen solchen Sinneswandel vollzogen hat, so daß sie sich seelenruhig  „wegschwemmen“ läßt. Vielleicht könnte man dann wenigstens erfahren, wie jemand auf solchen Unsinn kommen kann. Stattdessen erklären sie als Begründung, dies seien eben die heutigen Bedingungen des Klassenkampfes. Zwei Seiten verwenden die DKP-Führer dafür, neue Möglichkeiten für „Frieden und Entspannung“ anzupreisen. Als ob es einen friedlichen Imperialismus gäbe!

Wie allerdings ihre Vorstellungen von „Frieden und Entspannung“ aussehen, wissen wir. Wenn ein „Bruderland“ des „sozialistischen Lagers“ kleine Ansätze macht, die eigenen nationalen Interessen gegen die Ausbeutung und Unterdrückung seitens der sowjetischen Sozialimperialisteen durchzusetzen, fallen die 5 „brüderlichen“ Armeen über das Land her (siehe CSR 68). Wenn in einem dieser großartigen „sozialistischen“ Länder die Arbeiterklasse für die Diktatur des Proletariats kämpft, wird sie niedergeschossen (Polen). Wenn die unterdrückten Klassen in einem Land aufbegehren, dann werden sie mit besonderer Hilfe der „Kommunisten“ blutig niedergeschlagen (siehe Ceylon). Und all das preisen die DKP-Führer als  „sozialistische“ Maßnahmen in ihren Zeitungen. Das ist es, was die Arbeiterklasse zu erwarten hat, wenn sie der Doppelzüngigkeit der DKP-Führer von „Frieden und Sicherheit“ vertraut.

Aber die DKP-Führer haben nochmehr anzubieten: ein Zwischenstadium auf dem Weg zum Sozialismus, genannt die „antimonopolistische Demokratie“. Was das ist, verrät der DKP-Führer Gerns in der UZ: schon kein Imperialismus mehr, aber auch noch kein Sozialismus. Daß diese Erfindung nicht neu ist, beweisen die Worte Lenins: „Entwerder die Diktatur der Bourgeoisie, d. h. die eherne Macht der Gutsbesitzer und Kapitalisten, oder die Ditatur der Arbeiterklasse. Einen Mittelweg gibt es nicht. Von einem Mittelweg phantasieren fruchtlos nur die Herrensöhnchen, die Intellektuellen, jene Herrschaften, die aus schlechten Büchern schlecht gelernt haben. Nirgends in der Welt gibt es einen Mittelweg und kann es einen geben. Entweder die Diktatur der Bourgeoisie . . . oder die Diktatur des Proletariats. Wer das nicht aus der Geschichte des ganzen 19. Jahrhunderts gelernt hat , der ist ein hoffnungsloser Idiot.“

Was dahintersteckt, zeigt der Satz: „Die antimonopolistische Demokratie, die demokratische Erneuerung von Staat und Gesellschaft . . . (10). Seit Marx und Lenin wissen wir aber: Der Staat ist immer der Staat einer bestimmten Klasse, die damit die anderen unterdrückt. Hier ist der bürgerliche Staat gemeint und für den gilt nach wie vor: Selbst wenn man ihn „erneuert“, so bleibt er ein bürgerlicher Staat und somit ein Mittel der Unterdrückung der Arbeiterklasse.

Mit der Entstellung dieser Tatsache erweist sich die DKP als eine Stütze der Bourgeoisie: sie versucht die Arbeiterbewegung vom Weg der Revolution abzubringen und auf einen Irrweg zu lenken. Was das für die Arbeiterklasse und ihre Verbündeten heißt, haben wir in den letzten Jahren erneut erfahren: blutige Niederschlagung und Unterdrückung. In Indonesien haben die revisionistischen Führer die revolutionären Massen von der Vorbereitung auf den Kampf abgehalten. Dadurch wurden Hunderttausende von Revolutionären von den Faschisten ermordet. In Griechenland verbreiteten jahrelang die revisionistischen Führer parlamentarische Illusionen. Als ein möglicher Wahlsieg in Aussicht stand, hat sich die Bourgeoisie kurzerhand das faschistische Obristenregime eingesetzt. Der unvorbereitete Widerstand konnte gebrochen werden. Das Volk mußte den Verrat der revisionistischen Führer teuer bezahlen. In allen Ländern sammeln sich die Revolutionäre erneut und bauen wirklich marxistisch-leninistische Parteien auf.

Den DKP-Führern aber wird es so ergehen wie allen Opportunisten, die schon immer dem Proletariat einzureden versuchten, es könne auf friedlichem Wege die schwerbewaffnete Bourgeosie niederwerfen. Diese Strategen, die sich als Vertreter des Volkes ausgaben, endeten regelmäßig auf dem Misthaufen der Geschichte. Den Schleifsteins und Bachmanns, diesen Miniaturnachfolgern der Kautsky und Scheidemann, wird es nicht anders ergehen.

Es reicht allerdings nicht aus, wenn man nur Lippenbekenntnisse zur proletarischen Revolution abgibt. Die wichtigste Aufgabe der Marxisten-Leninisten ist es, immer wieder die Notwendigkeit der gewaltsamen Revolution zu propagieren und die Massen gerade in diesem Sinne zu erziehen.

Nun gibt es Gruppen, die sich marxistisch-leninistisch nennen. Aber tatsächlich „vergessen“ sie meistens dies Grundprinzip des Marxismus-Leninismus. Sie kritisieren zu recht alle möglichen Nebensächlichkeiten an den DKP-Thesen. Aber das Entscheidende, die bewaffnete Revolution, „vergessen“ sie dabei weitgehend.

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Es ist so, wie Lenin sgt: „man akzeptiert vom Marxismus alles, ausgenommen die revolutionären Kampfmittel, ihre Propagierung und Vorbereitun, die Erziehung der Massen gerade in dieser Richtung.“

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  Ihren einfachen Mitgliedern und Anhängern gegenüber müssen die DKP-Führer ein paar Zugeständnisse machen. So fühlen sie sich genötigt, dann und wann zu erklären, daß es in der SPD „rechte Führer“ gäbe. Aber die wirkliche Aufgabe der SPD, soziale Hauptstütze der Bourgeoisie in der Arbeiterbewegung zu sein, verschweigt sie. Während die SPD-Regierung bemüht ist, im Auftrag der Kapitalisten die kommende Krise auf die Arbeiter abzuwälzen, während sie für alle Fälle den Gewaltapparat der Kapitalisten auf Vordermann bringt, die faschistischen Gruppen unterstützt und die revolutionären verfolgt, wird die DKP nicht müde zu erklären, „Die CDU/CSU ist die Hauptpartei des Monopolkapitals“ (6). Angeblich verfolgt nur die CDU eine aggressive Politik, dagegen fehlt dieser Vorwurf gegenüber der SPD (6). Es wird behauptet, unter der SPD-Regierung würde die Entwicklung auf friedliche Koexistenz der Staaten, auf politische Entspannung gelenkt (25), der Kampf der beiden Systeme würde nicht mit den Mitteln des Krieges ausgetragen.

Die BRD hat die modernste Armee Westeuropas, ist Mitglied in der Nato und hat unter dieser Regierung den höchsten Wehretat, den es je gab. Sie arbeitet an der Herstellung von Atombomben, die Spitze der Bundeswehr ist nach wie vor ein Haufen faschistischer Generale; und die BRD hat nach wie vor ihre dreckigen Pfoten überall drin, wo es gegen die Freiheit der Völker Indochinas, Palästinas, Angolas, Griechenlands und Südafrikas geht.

Diesen ganzen Tatsachen zum Trotz die Lüge zu verbreiten, die Entwicklung richte sich auf die friedliche Koexistenz von Staaten, das ist erstens rücksichtsloseste Liebedienerei vor den Imperialisten, zweitens ein Betrug an der Arbeiterklassen. Solange der Imperialismus nicht durch die proletarische Revolution gestürzt worden ist, besteht immer die Gefahr eines neuen imperialistischen Krieges. Und es ist die Aufgabe des Proletariats und seiner Partei, diesen Krieg durch die Revolution unmöglich zu machen oder ihn in den Krieg gegen den Immperialismus für das Proletariat zu verwandeln. Wer dagegen seine Aufgabe darin sieht, den Imperialismus zu beschönigen und das Proletariat einzuschläfern, ist ein Verräter, ein Lakai des Imperialismus.

Die DKP-Führer erklären, daß „die SPD-Führung unfähig ist, den progressiven Kräften in der Bundesregierung eine Zukunft zu zeigen.“ Und diese Aufgabe im Sinne des Kapitals zu erledigen, dafür preisen sich jetzt die DKP-Führeer selbst an.

Die DKP wäre für die Bourgeoisie wertlos, wenn sie nicht dauernd versuchen würde, ihren Einfluß in der Arbeiterklasse zu vergrößern. Sie versucht das, indem sie den fortgeschrittenen Teil der Arbeiterklasse, der zum Sozialismus neigt, für ihren „Weg zum Sozialismus“  gewinnen will, d.h. von dem Weg zur Revolution abbringt. Die unzufriedenen Teile des Kleinbürgertums und manche Arbeiter versucht sie, mit unsinnigsten Reformversprechungen zu betrügen: Sie behaupten, daß sich im Kapitalismus die Lage der Arbeiterklasse wesentlich verbessern könne.

Nun haben die DKP-Führer schon mehrfach durch die Tat bewiesen, daß sie nicht bereit sind, konsequent für die Tagesforderungen der Arbeiterklasse zu kämpfen. Jedesmal bei Lohnkämpfen wiegeln sie die Forderungen der Arbeiter ab und beklatschen die unerhört niedrigen Abschlüsse der Gewerkschaften. Bei Aktionen gegen Fahrpreiserhöhungen und bei Hausbesetzungen macht sie nur mit, um die Massen auf den Stadtrat und die Versprechungen des Parlaments zu orientieren. Solche illusionären Forderungen wie „Mitbestimmung“, „öffentliche Diskussion aller Gesetzentwürfe“ (14), „stärkerer Einfluß auf die Massenmedien“ (15), dienen nur dazu, die Massen auf den „parlamentarischen Weg zum Sozialismus“ zu zerren und die Arbeiterklasse vom starken eigenen Kampf abzulenken.

In ihren Wahlkämpfen versprechen sie den Leuten das Blaue vom Himmel, wenn es aber DKP-Abgeordneten gelingt, hier und da in Gemeinderäte einzuziehen, zeigt es sich, daß sie nichts mehr und nichts weniger tun, als jede etablierte bürgerliche Partei auch: die Geschäfte der Kapitalisten verwalten und dafür Geld einstreichen. Dafür lassen sie sich in allen Ländern – wie etwa auch in Frankreich und Italien – gut einsetzen.

Als wertvollen Hilfe für die Bourgeoisie erweisen sich die DKP-Führer auch im Kampf gegen die wachsende revolutionäre Bewegung. Ihre Aktionen gegen revolutionäre Veranstaltungen, wie das Zerreißen von Roten Fahnen,  Angreifen von Teilnehmern, das Verpfeifen von revolutionären Kollegen im Betrieb an die Kapitalisten, der Antrag an die Bourgeoisie, die KPD/ML zu verbieten – das alles hat den revisionistischen Führern schon eine traurige Berühmtheit verschafft.

In Frankreich haben die revisionistischen Führer im Parlament nach dem Mai 1968 das Verbot unserer Bruderpartei, der KPF/ML unterstützt. Dafür bekamen sie als Dank von der Bourgeoisie Sendezeiten im reaktionären Staatsfernsehen eingeräumt.

Lenin hat auf den Zusammenhang zwischen Imperialismus und Opportunismus hingewiesen:

„Dadurch, daß die Kapitalisten eines Industriezweiges unter vielen anderen oder eines Landes unter vielen anderen hohe Monopolprofite herausschlagen, bekommen sie die Möglichkeit, einzelne Schichten der Arbeiter, vorübergehend sogar eine ziemlich bedeutende Minderheit der Arbeiter, zu bestechen und sie auf die Seite der Bourgeoisie des betreffenden Industriezweiges oder der betreffenden Nation gegen alle übrigen herüberzuziehen.“ Diese, von der Bourgeoisie weit besser als die Masse der Werktätigen bezahlten Arbeiter, zusammen mit Teilen des Kleinbürgertums, bilden den Nährboden für solche Ideen, die eines gemeinsam haben: sie sind gegen die proletarische Revolution, gegen die Diktatur des Proletariats gerichtet. Wer sich im Imperialismus häuslich niedergelassen hat, der verliert das Interesse an der Revolution, muß er doch befürchten, daß er seinen Platz an der Sonne verliert. Weil der Kapitalismus eine Vertrauensbasis unter den Massen braucht, gibt es für diese Leute eine Möglichkeit, sich dem System anzubieten: wenn es ihnen gelingt, einen bestimmten Teil der Arbeiter von der Idee der proletarischen Revolution abzubringen und für die Bourgeoisie zu gewinnen, so kann die Bourgeoisie diese Leutee an der Ausübung ihrer Herrschaft beteiligen und die Massen eine Zeitlang täuschen. Deshalb bemüht sich die DKP-Führung ganz verzweifelt,  Anhänger unter den Arbeitern und unter der Jugend zu gewinnen, um sich der Bourgeoisie als Regierungspartei anzubieten, bereit zur Nachfolge oder Unterstützung der SPD.

Der Versuch der Bourgeoisie, mit einer solchen Imitation des Sozialismus Einfluß auf die Arbeiterbewegung zu nehmen, zeigt nur den völligen Bankrott des Systems. Es hat den Werktätigen nichts mehr zu bieten. Die einzige Möglichkeit, ihren Untergang hinauszuschieben, besteht in dem Versuch, die Massen mit einer Kopie des Sozialimsus eine Zeitlang zu beruhigen.

Für die proletarische Partei aber besteht die Aufgabe, die Führer dieser Parteien und ihre Ideen schonungslos zu entlarven und zu bekämpfen. Durch die Propagierung des Marxismus-Leninismus und die Entlarvung des Revisionismus müssen wir die Mitglieder der revisionistischen Organisationen für die proletarische Revolution gewinnen. Und in der Tat wenden sich immer mehr einfache DKP-Mitlgieder von dieser verräterischen Partei ab. Immer mehr durchschauen die Manöver der revisionistischen Führer. Immer mehr erkennen, daß die KPD/ML die einzige wahrhaft kommunistische Partei in Deutschland ist.  

 

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